Eins vorweg: Wir sind immer noch auf der Straße.
Gegen halb neun heute Morgen (wir sind 4.45 Stunden voraus) war unser Auto reisefertig. Alle Hilfsgüter geladen und mit einer Plane geschützt. Ein bisschen PR muss auch sein, deshalb wird noch ein großes Schild mit dem Zweck unserer Reise hinten am Auto befestigt.
Mit von der Partie : die Initiatorin der Aktion und Chefin meines Kinderheims, Goma Dhakal, ihre Schwester Narmala, ihre Schwägerin Sarita, die normalerweise in Österreich lebt und gerade zu Besuch bei ihrer Familie ist. Und dann sind da noch zwei Männer : ihr Bruder Kim, der als Online- Journalist für die Berichterstattung sorgen soll, und unser Fahrer Moti.
Inzwischen ist es 19 Uhr. Wir sind also schon über 10 Stunden unterwegs. Und haben wohl noch vier vor uns. Geplant waren 11 Stunden, die wir wegen eines großen Staus leider deutlich überschreiten werden. Wir machen also das, wovor jeder Reiseführer warnt: eine Nachtfahrt. Und der Führer hat ja auch recht : es sind viele unbeleuchtete Fahrzeuge, Tiere und Menschen auf der Straße, was Moti hohe Aufmerksamkeit und gute Reaktion abverlangt.
Heute Nachmittag dachte ich, wir kämen nie an. Der „Highway“ war eine ganz üble Piste mit riesigen Schlaglöchern. Doch auch auf den kurzen asphaltierten Abschnitten hatte er uns in seinen Krallen. Stop and go. Staubig.
Und so viele armselige Behausungen, an denen wir vorbeikamen. Ein paar zusammengenagelte Holzplatten oder dünne Mauern, obendrauf Wellblech. Keine Fenster. Das Leben dieser Menschen spielt sich mehr oder weniger am Straßenrand ab. Die vereinzelten Bananenstauden sind vom Staub überzogen. Ironischerweise trocknet frisch gewaschene Wäsche im Staub.

Wir erholen uns mit zwei Pausen mit nepalesischen Leckereien in Garküchen an der Straße: scharfe Erbsensuppe und heiße Kartoffeltaler gab es am Vormittag, gebratene Ziegenstückchen mit Puffreis (!) vorhin.
Jetzt werde ich mal die Kekse auspacken, ehe hier alle einschlafen.
