„Ihr seid so cool Ihr beiden!“, begeistert sich unsere Nachbarin auf dem Campingplatz. So ein Kompliment freut einen natürlich, andererseits finde ich es ein wenig unverdient. Denn wir machen ja nur das, was wir immer schon gemacht haben.

Wir haben sehr gut geschlafen in unserem Zelt, das uns schon seit zig Jahren begleitet und das Rein- und Rauskrabbeln funktioniert auch noch – der täglichen Morgengymnastik mit Youtuberin Gabi Fastner sei Dank!

Gleich nach dem Frühstück eine knackige 12prozentige Steigung ist nicht schön, aber Achim kämpft sich hoch.
Hinter Viechtach wird es dann erstmal gemütlich: auf einem schattigen Waldweg gleiten wir dahin, rechts der Regen, links der Pfahl. Das ist ein 150 Kilometer langer und etwa vier bis zehn Meter hoher Felszug. Das Naturschutzgebiet um den Großen Pfahl, ausgezeichnet als Bayerns Geotop Nr. 1, bietet eine einmalige Flora, Fauna und Wanderwege, die wir heute aber links liegen lassen.

Das Konzerthaus in Blaibach haben wir schon öfters besucht. Heute bleibt es bei einem kurzen Fotostopp.

Die 2000-Einwohner-Gemeinde Blaibach im Landkreis Cham zählt zu den Regionen, die das Land Bayern gezielt finanziell unterstützte, um sie vor dem wirtschaftlichen und demografischen Kollaps zu bewahren. Der Münchner Architekt Peter Haimerl schnürte zusammen mit den Bürgern Blaibachs ein Projektpaket, in dessen Zentrum nicht nur ein Bürgerhaus stand, sondern – auf Anregung des Baritons Thomas E. Bauer – auch das 2014 eröffnete Konzerthaus. Halb in die Erde versunken sind regionale Materialien wie Granitbruchstein und Glas verbaut, die dem Bau eine bodenständige Eleganz verleihen, während seine gekippte Form und geschlitzten Wände die akustischen Anforderungen perfekt erfüllen. Das Konzerthaus hat heute eine überregionale Bedeutung.

Die Dorferneuerung hat gut geklappt, hier gibt es sowohl einen Metzger als auch einen Bäcker, bei denen wir uns für die Brotzeit und den Kaffee eindecken.


Bis Chammünster radeln wir dicht am Fluss entlang. Sonnige und schattige Abschnitte wechseln sich ab. Der Fahrtwind macht die 29 Grad erträglich. Statt in der Kühle des Münsters (den Umweg von zwei mal drei Kilometern sparen wir uns) erfrischen wir uns im Satzdorfer See. Zischschsch macht es, als wir ins Wasser eintauchen.

Ein paar Kilometer weiter finden wir in Cham endlich einen Supermarkt. Uns ist das Wasser ausgegangen.
Die Besichtigung der Stadt verschieben wir auf kühlere Zeiten. Inzwischen haben wir 33 Grad und wir suchen uns lieber eine Bank im Schatten.
Obwohl wir heute nur 55 Kilometer gefahren sind, freuen wir uns, als wir gegen Fünf den Zeltplatz in Roding erreichen. Die letzten Kilometer müssen wir in der prallen Sonne fahren und der heiße Asphalt wirft uns die warme Luft ins Gesicht.

In Roding dürfen wir unser Zelt auf einer Wiese am Wasser aufbauen, die die Stadt für Boot- und RadfahrerInnen zur Verfügung stellt. Man meldet sich in der nahe gelegenen Wirtschaft an, zahlt pro Person 7 Euro und bekommt einen Schlüssel für die Duschen und die Clos. Sogar eine Spüle fürs Campinggeschirr ist da, genauso Steckdosen fürs Laden des E-Bikes und der Handys. Perfekt. Die Wiese ist riesig, zuerst sind wir allein, später kommt noch ein junges Paar mit seinem Kanu dazu.
Dann Warten auf den Sonnenuntergang. Heute sind wir in der Poleposition.














































































































