Von Serbien durch Ungarn nach Slowenien

Wenn ich morgens wach werde, muss ich immer erst kurz überlegen, wo ich eigentlich bin. Wenn wir lange in einem Land unterwegs sind, muss ich mir klar machen, wie der Spot aussieht, auf dem wir geparkt haben. Aktuell muss ich kurz drüber nachdenken, in welchem Land wir eigentlich sind. Allein heute werden wir wieder zwei Grenzen überqueren. Als erstes die serbisch-ungarische, dann die nach Slowenien. Das wird dann das achte Land auf dieser Reise sein.

Aber erstmal noch die Theiß genießen. Und dann Abschied nehmen von Serbien, einem Land, das wir in der Kürze der Zeit zu schätzen gelernt haben.

Heute Mittag schauen wir uns Pécs im Süden Ungarns an.  Die Stadt wurde von den Römern gegründet, die ein Mausoleum hinterließen, das seit 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Durch ein Besucherzentrum gelangen wir zu den Ausgrabungsstätten, die teilweise unter der Kathedrale liegen.

Einige Grabkammern sind sogar mit Fresken verziert, die biblische Motive zeigen.

Gleich nebenan steht die gigantische Kathedrale von Pécs hoch über dem zentralen Platz Szent István.

Wir laufen noch zur Moschee des Paschas Ghazi Kasim, die im 16. Jahrhundert während der osmanischen Besatzung der Stadt erbaut wurde und heute als katholische Kirche dient. Aber 9 Euro Eintritt? Nein, danke.

Außer diesen Sehenswürdigkeiten bietet die Altstadt von Pécs viele weitere beeindruckende Gebäude und wir sind vom gesamten Ensemble sehr angetan.

Als wir die Stadt am Nachmittag verlassen, schüttet es wie aus Eimern. Wir spielen deshalb mit dem Gedanken, statt nach Slowenien nach Bad Blumau in der Steiermark zu fahren. Dort gibt es die Hundertwasser-Therme, seit vielen Jahren einer meiner Herzensorte. Bei dem Wetter wäre doch morgen ein Badetag dort genau das Richtige. Aber ach, es werden für morgen keine Tickets mehr verkauft!

Während wir noch darüber grübeln, ob wir zu einer anderen Therme in Ungarn oder Österreich fahren sollen, bessert sich das Wetter, kurz spitzt sogar mal die Sonne raus, so dass wir zum ursprünglichen Plan zurückkehren. Slowenien, wir kommen!

Wie es sich für eine innereuropäische Grenze gehört, gibt es keinerlei Grenzeinrichtungen und Kontrollen, schwupp sind wir in Slowenien.

Unser Ziel ist Jeruzalem in der „slowenischen Toskana“. Auch hier waren wir schon einmal mit den Motorrädern und begeistert von der welligen Landschaft, den Weinbergen und dem, was daraus entsteht.

Jeruzalem selbst ist winzig. Die Legende besagt, dass Kreuzritter auf ihrem Weg ins Heilige Land auf einem der Hügel rasteten. Weil sie von den gastfreundlichen Einheimischen herzlich aufgenommen wurden und den dortigen Wein schätzten, blieben sie. Sie benannten die Gegend nach ihrem eigentlichen Ziel, dem Heiligen Land.

Leider regnet es wieder. Die Aussicht ist trübe.


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