Morgendliche Freuden

Wenn ich morgens wach werde, schalte ich als erstes meinen kleinen Heizofen an und kuschel mich nochmal in meinen Schlafsack. Ich freue mich dann über neue Grüße aus der Heimat via WhatsApp und Co.

Nach dem zweiten Aufstehen kommt die nächste große morgendliche Freude. Ich ziehe die Vorhänge auf und bestaune die Himalaya – Gipfel in der Morgensonne, allen voran den Machapuchare, den 7000 Meter hohen „Hausberg“ Pokharas. Meine Handykamera ist leider nicht in der Lage, diesen Anblick so wiederzugeben wie mein Auge es sieht.
Der Machapuchare wird hier als „Fishtail“ für uns Ausländer übersetzt under sieht aus wie eine Haiflosse.


Wenn ich das Haus verlasse, werde ich zur Schildkröte. Gaaanz langsaaaam schlendere ich meine Straße entlang. Denn es gibt so viel zu sehen. Ein Geschäft ist hier neben dem anderen, ab und an ein Hotel dazwischen. Ich kann das meistevon dem, was ich brauche, hier in meiner Straße kaufen. Daheim geht das leider gar nicht.

Ich komme am Piya Restaurant vorbei. Hier kosten die Momos ein Drittel von dem,was man an der Uferpromenade berappt, die vegetarischen Teigtaschen 80 Rupien (ca. 70 Cent), die mit Hühnchen gefüllten 100 (ca. 90 Cent). Handgemacht von der Chefin, der Mama der Kinder, die neulich für mich getanzt haben. Wenn ich in der Früh vorbeigehe, putzt sie gerade den Laden und wir rufen uns ein freundliches „Shuva bihany!“ (Guten Morgen!) zu.

Es folgen ganz, ganz viele der kleinen Läden, in denen ich mein Bier, mein Wasser, meine Kekse, Chips und Klopapier kaufen kann. Eigentlich hatte ich vorgehabt, dies immer im gleichen Laden zu tun, um mir einen weiteren Ankerplatz in dieser Stadt zu verschaffen. Meistens lasse ich mich aber doch einfach treiben und kaufe in dem Laden ein, bei dem ich gerade bin, wenn mir einfällt, dass ich noch dieses oder jenes brauche.

Ein weiterer Hochgenuss am Morgen ist der mit Milch gekochte Kaffee, den ich im immer gleichen „Café“ trinke. Er ist heiß und würzig und wird im Glas serviert. Außer einem freundlichen Namaste brauche ich nichts zu sagen. Der frisch gekochte Kaffee (40 Cent übrigens) steht nach ein paar Minuten auf dem Tisch.

Ich liebe mein morgendliches Ritual und genieße es sehr.
Danach bin ich gewappnet, mich in den Trubel unseres Kinderheims zu stürzen. Heute haben wir dort endlich ein Spiel gefunden, bei dem nicht deutlich wird, dass ich im Schnitt fünfmal so alt bin wie die Kinder (wie beim Hinkeln beispielsweise). Dass ich das mal recht erfolgreich turniermäßig betrieben habe, kommt mir jetzt wirklich zugute:-)

Ein Gedanke zu „Morgendliche Freuden

  1. Avatar von Brigitte DeutschmannBrigitte Deutschmann

    Wie schön , dass Du Deinen morgendlichen Rhythmus gefunden hast.Es gefällt mir,das Wertschätzen,denn wir nehmen alle das so als selbstverständlich hin! An Gemüse und einem kleinen Restaurant fehlt es auch nicht.Das sind kostbare Momente, die man für sich hat.Dann hast Du auch wieder viel Spass und Freude mit den Kindern beisammen zu sein.Brigitte

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