Twinkle, twinkle little star 

Aus dem Klassenzimmer der Kleinen tönt ein vielstimmiges Gemurmel. Jeder liest laut einen Text vor sich hin. Mal auf Englisch, mal auf Nepali, was gerade so anliegt. Laxchin stimmt gar ein Lied aus seinem Schulbuch an: „Twinkle, twinkle little E-Star“ (hier in Nepal haben Viele ein Problem damit, ein S plus Konsonant am Anfang eines Wortes auszusprechen. Deshalb wird aus Star E-Star oder aus School E-School).

Morgens vor der Schule eine Stunde, am Nachmittag nach der Schule auch nochmal mindestens eine Stunde sind Lernen und Hausaufgaben im heimischen Klassenzimmer angesagt. Ob das bei den Kleinen wirklich was bringt? Keine Ahnung. Maximal werden monoton Texte abgeschrieben und oder laut gelesen. Manchmal gar mit einer Melodie unterlegt. Konzentrieren kann sich bei diesem Lärmpegel eh keiner.

Zwei Stockwerke höher bei den Großen ist es nur unwesentlich besser. Zwar wachtdort ein Lehrer über die Strebsamkeit seiner Zöglinge. Dennoch scheint mir das Lernen nur bei einzelnen Kindern konzentriert vonstatten zu gehen. Die anderen blättern recht chaotisch mal hier, mal da. Das System erschließt sich mir nicht.

Heute war mal einer der wenigen ganz normalen Schultage, die ich bisher erlebt habe. In den beiden ersten Wochen waren Winterferien gefolgt von einer Vielzahl  von Feiertagen.
Nach dem Frühstück (Dal Bhat um 9 Uhr) ziehen sich die Kinder ihre Schuluniformen an und  die Kleinen versammeln sich auf dem Gehweg vor dem Haus. Bis alle da sind, vergehen leicht mal 20 Minuten. (Das ist schnell, verglichen mit unseren Aufbrüchen zu Ausflügen. Bis da alle fertig sind, dauert das auch mal eine Stunde.) Dann queren wir gemeinsam die Straße, passieren einen kleinen Park (der so genannt wird, weil hier vier wunderbare große alte Bäume stehen. Rasen oder Blumen gibt es hier keine) und nach zwei Minuten habe ich die Kinder in ihrer Grundschule abgeliefert.


Die Großen gehen natürlich allein, aber heute forderte mich Indreni auf, sie zu begleiten. Was ich sehr gern tat und ich staunte nicht schlecht, als ich das morgendliche Zeremoniell auf ddem Schulhof sah. In Reihen nach Schulklassen geordnet standen die Kinder dort. Auf mich wirkten die unisonen Bewegungsabläufe wie eine Mischung aus Beten und leichter Frühgymnastik. Ein einzelner Junge sang noch ein kurzes Lied ins Mikro. Dann durften die Kinder Reihe nach Reihe abtreten.
Schön, dass morgen wieder Feiertag ist.

 

 

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