
Der Duft gebratener Zwiebeln steigt mir in die Nase. Hmmm, sehr lecker. Ein Hahn kräht, Hunde bellen und ein Motorrad fährt mit röhrendem Motor vorbei. „Konzentriert Euch auf die Geräusche, die uns umgeben“, fordert Adriana uns auf. Caro und ich besuchen heute ihre Yogastunde im Hinterhof eines Restaurants am See. Neulich waren wir hier zum Abendessen und haben die Tafel mit den Yogaangeboten entdeckt. Die junge Brasilianerin ist erst seit einer Woche in Nepal. Sie lebt seit geraumer Zeit in Indien und kam eigentlich nur nach Nepal, um ihr Visum zu erneuern. Auch ihr gefällt es in Pokhara sehr gut, so dass sie beschloss, ein wenig länger zu bleiben. Der Job als Yogalehrerin im Umbrella – Café war schnell gefunden.
Umsichtig leitet sie uns durch eine kurze Eingangsmeditation, durch die verschiedenen Positionen, motiviert uns, auf unseren Atem zu achten und auf unseren Körper zu hören.
Ich mag es sehr, wie sie uns anleitet, dennoch vermisse ich zwischendurch meinen vorherigen Lehrer (ja, der, der mich neulich versetzt hat und dem ich noch gram bin. Pah!). Er hat jede zweite Übung mit einem „Beautiful! You do so beautiful!“ begleitet. Das war doch recht nett fürs Selbstbewusstsein.
Nach eineinhalb Stunden beenden wir die Sitzung mit drei gemeinsamen „Ommmm!“
Draußen einigen wir uns darauf, uns nächstes Mal in ihrem Guesthouse auf der Dachterrasse zu treffen. Das hat zwei Vorteile: sie muss von den 500 Rupien nicht einen Teil ans Café abführen und mir passt 19 Uhr besser als 11 Uhr am Vormittag. Das hat heute nämlich ein bisschen was von Schwänzen.
Nach dem Yoga genieße ich das frühsommerliche Wetter bei einem köstlichen Salat am See. Nachdem mein Körper nun fünf Wochen Zeit hatte, sich an die hiesigen Bakterien zu gewöhnen, werde ich jetzt dem Travelermotto „Peel it, cook it, fry it or forget it“ untreu.



