Auf Reisen lernt man ja viele interessante Menschen kennen. Und was die alle(s) machen! Da sind die zwei Monate, die ich hier stationär in Pokhara verbringe, ein Klacks dagegen.

Caro aus Frankreich zum Beispiel, 26 Jahre jung, verbringt ja gerade ein vierwöchiges Volontariat gemeinsam mit mir im Rainbow Children Home. Vorher war sie vier Wochen in einem Waisenhaus in Kapstadt und dann noch drei Wochen auf Safari in Namibia und Botswana. Wenn nächste Woche ihre Zeit hier in Pokhara rum ist, fährt sie weiter nach Sri Lanka, wo sie in Colombo vier Wochen lang jungen Mönchen in einem Kloster Englisch beibringt.
Ihre Freundin Nino ist gerade zu Besuch. Sie hat als nächstes Indien auf dem Programm. Es folgen Vietnam, Kambodscha und ich weiß nicht mehr, was noch alles. Ein halbes Jahr will sie unterwegs sein. Allein. Das Mädel ist 20.

Magda und Rino kommen aus Spanien bzw. Italien und gönnen sich ebenfalls ein halbes Jahr Auszeit. Bisher haben sie in einer Art Landkommune in Trento gelebt. Nun wollen sie sich neu orientieren. Dazu gehört auch ihre symbolische Hochzeit, die sie hier gefeiert haben. Sie haben sich gemeinsam mit uns zwei Wochen lang um unsere Kinder gekümmert, uns auf Ausflügen unterstützt, viele tolle Spielideen gehabt und auch beim Putzen Hand angelegt.
Nun sind sie noch für ein paar Wochen in Indien und ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen in Spanien, Italien oder Deutschland.

Enoch ist Gomas Bruder und im Heim Ansprechpartner für uns Volontäre. Er hat einen Shop, in dem er die Produkte des Rainbow Handicraft Shops verkauft und organisiert außerdem Trekkingtouren. Einen Teil des Erlöses führt er ans Kinderheim ab. Wer dies unterstützen und hier zum Trecken gehen möchte, dem sei http://www.enochtrekking.com empfohlen. Für mich organisiert er gerade eine vier- bis fünftägige Wanderung auf dem sog. Royal Treck. Sonntag in einer Woche soll es losgehen.
Überdies ist er Mitglied bei der Daari-Gang. In Nepal hat sie Hunderte von Mitgliedern, hier in Pokhara rund 60. Jeder trägt einen üppigen Bart und ist ehrenamtlich in sozialer Arbeit engagiert, vor allem um die Bildung von Kindern zu verbessern.

Und dann haben wir heute am See noch eine junge Chinesin kennengelernt, die uns beim Fußballspielen zugeschaut hat. In einer Spielpause schnappte sie sich den Ball, dribbelte kunstvoll mit ihm übers Feld, hievte ihn auf ihren Nacken und ließ ihn kontrolliert über ihren ganzen Körper rollen. Mirchen ist 26, Sportlehrerin und Fußballtrainerin. Unsere Jungs waren schwer beeindruckt.
Während ich dies im Café am See schreibe, kommt ein Mann an meinen Tisch und sagt auf Englisch zu mir, dass ein Freund diese Kärtchen drucke und ihn gebeten habe, sie überall zu verteilen: „Everything is working out perfectly.“
