Abschied nehmen

Langsam rückt mein letzter Tag hier in Pokhara näher. Morgen Abend ist mein offizielles „Farewell“ im Kinderheim, Mittwochmittag geht mein Flieger nach Kathmandu, Samstag fliege ich heim. Und so nehme ich hier inzwischen bereits Abschied und bereite mich auf den letzten Tag vor.

Gestern habe ich bei Buddha Air (sic!) mein Flugticket gekauft. Dann war ich am Geldautomaten, um die 500 (sic!) Momos bezahlen zu können, die es morgen Abend zu meiner Farewellparty im Rainbow Children Home gibt. Schließlich habe ich noch meine Turnschuhe, die ich nun zwei Monate lang nahezu täglich anhatte, zum Schuster gebracht. Er hat sie genäht und geputzt und morgen werde ich sie Indrani schenken, die dieselbe Schuhgröße hat wie ich.

Ich überlege, was ich unbedingt noch machen möchte: heute Mittag am See das Essen einer rollenden Küche probieren, morgen Mittag ein letztes Mal zu Piya gehen, mich von meinem Treckingguide verabschieden, einen Entschluss fassen, ob ich Mamita zum Abschied ein kleines Armband schenke oder nicht. Wenn ich an den Abschied von ihr denke, wird mir das Herz schwer. Sie ist mir so ans Herz gewachsen. Ich hoffe, dass sie schnell über unsere Trennung hinweg kommt. Auch zu Indrani hatte ich einen engeren Kontakt und ich werde auch sie vermissen.

Da ich mit Goma in Verbindung bleibe, werde ich auf jeden Fall auch zukünftig wissen, wie es den Kindern geht. Zu überlegen wäre auch noch die Übernahme einer Patenschaft. Mit 50 Euro im Monat sind die Kosten für ein Kind für vier Wochen gedeckt. Nähere Infos hier: http://www.orphancarenepal.org/index.php?p=sponsoring&p_sub=list

Nicht zuletzt sind wir gerade dabei, die Taschen für Deutschland auszusuchen. Alles Handarbeit aus dem Rainbow Handicraft, alles Einzelstücke. Wir haben vorgestern 52 verschiedene Modelle (von der Reisetasche über den Rucksack, die Einkaufstasche und die Laptophülle bis hin zum Schlamperlmäppchen und zur Geldbörse) ausgewählt, gestern dann im Schnitt jeweils zehn Exemplare in verschiedenen Farben dazu ausgesucht. Ich habe bei Tollwood angefragt, ob ich einen Verkaufsstand etwa im Nachhaltigkeitszelt bekommen kann. Drückt mir die Daumen, dass das klappt! Ich gebe Bescheid.

Wenn ich in diesen Tagen durch Pokhara gehe, versuche ich, jedes Detail in mich einzusaugen, alles ganz bewusst wahrzunehmen. Gestern habe ich über Mittag einen dreistündigen Spaziergang am See gemacht bis ins nächste Dorf. Beim Versuch, den Weg über die Reisfelder abzukürzen, bin ich bis zu den Knien eingesunken und habe mich nur mit Anstregung aus dem Schlamm ziehen können. Nein, hiervon gibt es kein Foto 😀.

Wohl aber vom fantastischen Ausblick auf die Berge, den wir heute zum ersten Mal seit über einer Woche wieder haben. Ein Abschiedsgeschenk von Petrus?

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