Keine Sorge! Ich bin nicht an meinem letzten Tag in Pokhara mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Aber Goma hatte mich schon vor einigen Tagen gefragt, ob ich Interesse hätte, sie ins hiesige Frauengefängnis zu begleiten. Unter anderem dort werden Stoffe für das Rainbow Handicraft Projekt hergestellt. Heute Vormittag war es dann so weit.
Die Einlassprozedur war denkbar schlicht. Da Goma bereits die (mündliche) Genehmigung für mich eingeholt hatte, reichte ein kurzes Gespräch mit dem Direktor aus, dann wurden wir in den Eingangsbereich geführt. Hier waren etliche BesucherInnen auf unserer Seite, die durch ein Gitter mit den Insassinnen auf der anderen Seite sprachen. Uns wurde ein einfaches Eisentor aufgesperrt und schon waren wir drin. Der erste Blick fiel auf einen kleinen Laden, in dem man Cola, Kekse, Kosmetika und anderes kaufen oder auch eine Tasse Tee trinken kann. Auch das Telefon ist hier installiert. Der kleine Sohn einer der inhaftierten Frauen lebt bei uns und ich weiß, das er täglich mit seiner Mami telefoniert.
Nach ein paar Schritten stießen wir auf eine Gruppe Frauen, die beim Dal Bhat auf dem Boden hockten – nicht ungewöhnlich für hiesige Verhälntnisse. Im Hintergrund erspähte ich den Schlafraum mit etlichem Matrazen. Die Frauen leben hier also nicht in Zellen sondern in einem großen offenen Bereich, zu dem schließlich auch die Webstühle gehören, auf denen sie unsere Stoffe herstellen.

Von den 65 Insassinnen arbeiten 17 für Rainbow Handicraft. Gern würden sich noch mehr Frauen beteiligen, denn das Weben gibt ihnen Beschäftigung und Geld. Womöglich auch eine berufliche Perspektive für die Zukunft. Aber in diesem Gefängnis ist kein weiterer Platz für Webstühle mehr.
Auch Frauen aus einem zweiten Gefängnis in Pokhara haben Interesse bekundet. Aber Goma muss erst weitere Absatzmärkte erschließen. Gut, dass es künftig die Rainbowtaschen bei mir zu kaufen gibt.😊

