Tanz auf dem Vulkan

Hier stinkt’s. Aber ganz gewaltig. Und zwar bereits, wenn man das Boot verlässt. Irgendwie ist auf Vulcano, der zweiten liparischen Insel, die wir besuchen, alles Vulkan.

Der Höhepunkt ist natürlich der Krater. Man läuft ein gemütliches knappes Stündchen hoch und dann ist es atemberaubend. Weil es so schön ist und weil es aus den sogenannten Fumarolen nach faulen Eiern stinkt. Gut, dass sich diese Schwefelquellen mit ihren Rauchfahnen nur auf einer Seite des Kraters befinden. So kann man die gegenüberliegende für ein entspanntes Picknick mit sensationeller Aussicht nutzen.

Und weil es hier oben so schön ist, kann man auch noch ein Tänzchen wagen und es damit den Einheimischen gleich tun, die im übertragenen Sinne täglich den Tanz auf dem Vulkan tanzen. Denn der Vulkan ist, wie die Seismologen sicher wissen, durchaus noch aktiv und wird als gefährlicher eingestuft als der auf Stromboli, der täglich seine geregelte Ladung Feuer und Asche spuckt. „Und wir sind so verrückt und bauen unsere Häuser hierher“, hörte ich einen einheimischen Führer zu französischen Schulkindern sagen. Natürlich gibt es ein ausgefeiltes Überwachungssystem mit Sensoren für die Temperatur im Inneren, für die Zusammensetzung der austretenden Gas, für die Bewegung des Kraters. Und natürlich gibt es Evakuierungspläne. Aber irgendwie wird hier nach dem Motto gelebt: Et is noch immer jut jejange.

Fango für dreifünfzig

Nach der Anstrengung kommt die Entspannung. Leider stinkt es auch hierbei wieder gewaltig. Gleich in der Nähe des Hafens kann man sich gegen eine kleine Eintrittsgebühr von 3,50 Euro in einem Schlammtümpel aalen und sich selbst mit Fango einschmieren. Danach springt man ins Meer. Auch jetzt, bei 15 Grad, denn unterseeische Fumarole spritzen heiße Gase ins Wasser und erwärmen es. Unangenehm allerdings, wenn man direkt auf so eine heiße kleine Quelle tritt.

Die mit dem Bär tanzt

Auch die kleine Halbinsel Vulcanello, die man nach einem gemütlichen Spaziergang und dem Bewundern der zahlreichen Villengrundstücke erreicht, zeugt von vulkanischen Aktivitäten. Im „Tal der Monster“ finden sich bizarre, von Wind und Wetter geformte Lavafiguren. Die bekannteste, auf jeder Ansichtskarte abgebildete ist „Orso“, der Bär, mit dem ich dann auch gleich ein Tänzchen wagte.

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