
28 Päckchen Butter trage ich auf dem Rücken. Quasi. Denn mein Rucksack wiegt sieben Kilo und auf dem Weg zur S-Bahn frage ich mich, ob er mir auf Dauer nicht zu schwer ist. Immerhin liegen rund 320 Kilometer zu Fuß vor uns.
Ursprünglich wollten wir ja von Haustür (Neufahrn) zu Haustür (meiner Schwiegermutter in Göttingen) laufen. Auf einigermaßen schönen Wegen wären das aber 600 Kilometer. Da wir „nur“ drei Wochen Zeit haben, schaffen wir das leider nicht. Deshalb fahren wir nun mit dem Zug nach Schnaittach, östlich von Nürnberg. Hier treffen wir auf den „Frankenweg“ , einen prämierten Wanderweg, dem wir zunächst rund 120 Kilometer folgen wollen.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das anfühlen wird. Was die Füße, die Knie, der Rücken davon halten. Immerhin müssen wir nicht auch noch das Zelt, die Luftmatratzen und die Schlafsäcke schleppen. Wir werden in Gasthöfen, Pensionen und Hotels übernachten. Sehr komfortabel.
Um 11 Uhr erreichen wir Schnaittach. Wir queren den historischen Marktplatz, passieren den jüdischen Friedhof und das Schwimmbad, steigen einen Kalvarienberg hoch und erreichen nach rund zwei Kilometern den Ortsrand.

Bald tauchen wir in einen lichten Laubwald ein und müssen über einen kurzen steilen Anstieg den Alten Rotberg (486 m). Sonne und Schatten wechseln sich ab und man spürt die Temperaturunterschiede gleich auf der Haut. Nach zehn Kilometern ist es Zeit für die Mittagspause. Auf einer schattigen Bank packen wir unsere Brotzeit aus und entspannen.


Jetzt ändert sich das Bild. Wir verlassen den Wald und wandern durch Getreidefelder, Kirschplantagen (die leider eingezäunt sind. Die tiefroten prallen Kirschen schauen so verlockend aus!) und Hopfenfelder. Die Fernsicht ist ebenfalls beeindruckend.



Der Weg ist übrigens hervorragend ausgeschildert. Es gibt fast keine Probleme, immer den richtigen Abzweig zu finden.

Nach rund 15 Kilometern stoßen wir auf die Littachquelle, baden unsere Füße und füllen die Wasserflaschen auf. Das Flüsschen hat ein Stück weiter schöne Sinterterrassen gebildet, die leider recht überwuchert sind, so dass man schon sehr genau hinschauen muss, um sie zu sehen.
Nicht zu übersehen ist der Bauernhof ein Stück weiter. Große Freude: es gibt neben den Kühen einen Automaten, aus dem wir Kakao und Käse (für unsere morgige Brotzeit) ziehen können. Vis à vis der Kühe stehen zwei gemütliche Stühle. Hier trinken wir unseren Kakao und schauen den Wiederkäuern zu. Ganz großes Kino.


Gegen halb sieben erreichen wir den „Lindenbräu“ in Gräfenberg. Duschen, Umziehen, Essen und den Hausbräu probieren. Hach.
Fazit des ersten Tages: schöne Landschaft, super Wetter, 20 Kilometer reichen.
Wie es uns morgen ergeht, könnt Ihr dann in Achims Blog „Unterwegs“ (zimjoa.wordpress.com) nachlesen.

Hat dies auf Unterwegs rebloggt und kommentierte:
Zu Fuß unterwegs mit meiner Eva. Und wir wollen abwechselnd boggen, morgen bin ich dann dran. Wenn’s klappt, könnt ihr ihr Evas Blog hier lesen, sonst unter doeziblog.wordpress.com
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Reisen wie anno dazumal oder besser auf Schusters rappen!
Ein schöner Anfang für ein entschleunigtes Leben!
Freue mich auf Eure Berichte!
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