Schulfrei

„Come in! Come in!“ ruft die in ein enges glänzendes asiatisches Gewand gekleidete Frau uns zu. Die Kinder winken freudig und laufen in den Garten des kleinen koreanische Cafés am See. Es gehört Radda, einer jungen Koreanerin, die sich vor neun Jahren in einen Nepali verliebt hat und sich hier in Pokhara angesiedelt hat. Sie kennt die Rainbow-Kinder schon länger, besucht sie ab und zu und bringt ihnen Leckereien oder Hefte und Stifte für die Schule mit.

Freudig bewirtet sie uns mit Schokoküchlein, Fanta, Cola und Popcorn. Sie plaudert gekonnt mit den Kindern auf Nepali, die stolz an den Cafétischen sitzen und das Ambiente genießen. Nach etwa einer halben Stunde bedanken wir uns für die Einladung und setzen unseren Spaziergang am Fewa-See fort.

cimg91421559990966.jpg

Es gibt viel zu schauen. Auf der einen Seite reiht sich Bar an Bar, Café an Café, auf der anderen Seite liegt der See mit Fischen, Booten und Anglern. Im Hintergrund die Berge nicht zu vergessen.  Die Sonne scheint und treibt die Temperaturen am Mittag auf 23 Grad hoch. Wir genießen den schulfreien Tag, den die Kleinen wegen des gestrigen Elterntags bekommen haben, der doch für alle Beteiligten (sicherlich auch die Lehrer) anstrengend war.

received_645871992513077

Lange schauen wir ein paar jungen Männern zu, die Kunststücke in ihren Kajaks ausprobieren. Auf dem Heimweg laufen wir durch den Park, in dem wir gern spielen und entdecken ein paar Büffel, denen es hier auch gefällt.

cimg91451561612845.jpg

Zuhause warten zwei Überraschungen auf uns: eine riesige Portion Popcorn für die Kinder, die Noma schon am Morgen zubereitet hatte, und eine kleine Gruppe ItalienerInnen, die offensichtlich ebenfalls jährlich hierher kommen. Sie werden von den Kindern herzlich begrüßt. Wir hatten uns bereits letztes Jahr hier getroffen. Sie haben wieder viele Spenden für das Kinderheim mitgebracht.

received_246715889541858

Weil heute Feiertag ist, nützen die Kleinen die freie Zeit zum Duschen und Haare waschen. Diesmal werden die Bäder benützt. Letztes Jahr waren wir zum Duschen ja draußen, entweder im Garten oder im Innenhof. Das Wasser kann man aber nach wie vor nur als lauwarm bezeichnen (ich erwähnte, glaube ich, noch gar nicht, dass das auch auf das Wasser in meiner Unterkunft zutrifft.). Es ist interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die Mädchen damit umgehen: während Marmita, sich dreimal  von Kopf bis Fuß einseift, sich abspült und mich mehrmals auffordert, ihr einen großen Topf mit Wasser überzugießen, bibbert und stöhnt Sita dabei, hält aber auch tapfer durch.

Natürlich helfe ich ihr anschließend beim Waschen ihrer Kleider. Draußen, mit Seife und kaltem Wasser. Wir legen uns ordentlich ins Zeug, schmieren und rubbeln und waschen aus und bekommen alles schön sauber.

received_2074654175952698

Die anderen leinen Kinder toben derweil im Hof, die großen sitzen noch bei den Hausaufgaben.

received_377554402825310

Morgen ist Gomas Geburtstag. Die Kinder freuen sich schon drauf. Mit Indreni gehe ich noch in ein kleines Geschäft um die Ecke. Sie möchte für Goma ein kleines Geschenk kaufen. 200 Rupien (etwa 1,80 Euro) hat sie dafür von ihrem Ersparten. Ihr schwebt eine Tasse vor mit „Happy Birthday“ drauf. Noch ist aber nicht das Richtige dabei.

Hinterlasse einen Kommentar