Heute ist Gomas Geburtstag. Während ich noch im Bett liege, lese ich die zahlreichen Glückwünsche, die über Facebook an diese bemerkenswerte Frau gerichtet werden. Goma Dhakal hat vor 16 Jahren das Kinderheim gegründet, in dem ich nun schon zum zweiten Mal mitarbeite, und vor elf Jahren das Frauenprojekt „Rainbow Handicraft Nepal“, dessen schöne Handtaschen ich seit einem Jahr in Freising und Umgebung verkaufe. Die Glückwünsche sind nahezu poetisch. In sehr ausgewählten Worten werden ihr soziales Engagement und ihre Tatkraft gewürdigt.

Als ich ins Kinderheim komme, ist Gomas Geburtstag Gesprächsthema. Das Geburtstagskind taucht auch bald auf und gibt jedem Kind ein Tika, das Segenszeichen, und einen kleinen Geldschein als Geschenk.
Als die Kinder aus dem Haus sind, erklärt mir Noma, unsere Köchin und Hauswirtschafterin, dass sie mich vorerst nicht braucht, sie aber gern ab 15 Uhr auf meine Hilfe zurückgreift.
Also mache ich mir ein paar gemütliche Stunden und bin am Nachmittag wieder zur Stelle. Nun heißt es, die große Feier für den Abend vorzubereiten. Kinder, Familie, Gäste aus Italien, Volontäre der Farm, die Goma vor zwei Jahren etabliert hat, da kommen leicht 70 Personen zusammen.
Gut, dass mir die Kinder beim Kartoffeln pellen und Erbsen puhlen helfen.

Draußen ist derweil eine ganze Gruppe damit beschäftigt, Gemüse zu putzen.


Für die Zubereitung des Huhns und des Reises wurde zusätzlich ein Koch engagiert, der die Speisen draußen in großen Kesseln zubereitet, während Noma drinnen in der Küche Pickles und Spinat kocht.


Super Timing: die Gäste waren für 7 geladen, um 18.30 Uhr war alles fertig. Doch ehe es ans Essen geht, werden erst einmal die Geschenke überreicht und die obligatorische Geburtstagstorte verteilt.


Habe ich schon erwähnt, dass es hier sehr angenehme Temperaturen hat, so dass wir draußen essen, singen und tanzen können.



Als sich die Festgesellschaft gegen halb zehn auflöst, will ich (anstandshalber) auch gehen. Doch Goma hält mich zurück, ich möge doch bitte noch einen Moment warten. Sie verabschiedet die letzten Gäste und bittet mich dann, ihr zu folgen. Wir gehen zur Treppe, die in ihre Wohung führt und sie lächelt mich an: „Ein Bier noch, okay?“
