Fastentag

Vorgestern habe ich mit Enoch, Gomas Bruder, der für die Volontäre zuständig ist, über das Trinkwasser im Heim gesprochen. Sie holen es nach wie vor im Brunnen vor dem Haus und ich erinnere mich, dass ich es vergangenes Jahr in den letzten Wochen meines Aufenthalts hier getrunken hatte. Nun kommen wir aber gemeinsam zu dem Schluss, dass ich damit noch warten solle, bis sich mein Körper an die hiesigen Bakterien gewöhnt hat.

Dann aber rutscht mir beim Abendessen ein Reiskorn in die Luftröhre und ich muss furchtbar husten. „Water?“ fragt Aasha und ich nicke nach Luft japsend. Und schon ist es passiert.

Der Durchfall am nächsten Morgen ist nicht so schlimm, aber je später es wird, umso schlapper werde ich.

Nachdem die Kinder in der Schule sind, helfe ich Noma noch ein bisschen bei der Hausarbeit, um elf verlasse ich das Heim und will eigentlich erstmal in mein Zimmer. Aber dann steht gerade der Bus in die Stadt da und ich steige ein. Denn ich möchte ja noch nach einer Kurta, dieser traditionellen Tunika, die hier viel von den Frauen getragen wird, Ausschau halten. Doch ich sollte eigentlich wissen, dass shoppen nicht funktioniert, wenn man sich nicht gut fühlt…

Zwei Stunden später bin ich wieder daheim, mir ist nicht gut, aber ich rappele mich noch mal auf, weil ich Mamita versprochen hatte, sie um drei von der Schule abzuholen.

Eine Stunde später bin ich mit meinen Kräften am Ende. Ich melde mich bei Noma und den Kindern krank und schleiche nach Hause. Ab ins Bett.

14 Stunden später habe ich mich gesund geschlafen. Das Fasten war sicherlich auch gut. Aber jetzt habe ich Hunger! Und zum Glück auch wieder Energie.

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