Näher werden wir dem Himalaya auf dieser Reise nicht kommen. Wir sind am Mittag mit Bus und Taxi auf den rund 1500 m hohen Sarangkot gefahren, von dem wir einen prächtigen Blick auf Pokhara und den Fewasee haben. Wir genießen ihn von der Dachterrasse der Himalaya Crown Lodge, in der wir für 15 Euro ein schönes Zimmer gemietet haben. Genau: zwei Zimmer, denn Annette beschwerte sich über mein Schnarchen.

Am Nachmittag nutzen große Greifvögel die Thermik und kreisen direkt vor unserer Lodge. Der Besitzer erzählt, dies seien Annapurnaadler, so um die 200 Vögel normalerweise.
Gegen sechs steigen wir über die Treppen, die von weiteren Lodges, kleinen Restaurants und Andenkenständen gesäumt sind, hoch zur Aussichtsterrasse. Leider sind, wie so oft, die hohen Berge fast ganz in Wolken. Nur der Annapurna 3 mit seinen 7 500 m lugt ein wenig hervor.

Im Westen färbt die untergehende Sonne die Hügelrücken rötlich. Wir gehen zurück zum Hotel und genießen das gute Everest-Bier, unser Abendessen (Momos und Egg Curry) und den Blick auf die Lichter im Tal. Die Stille um uns herum, die Sterne und der liegende Halbmond bezaubern uns, als wir später aufs Zimmer gehen.

Um viertel vor sechs klingelt der Wecker, damit wir den Sonnenaufgang nicht verpassen. Außer Atem von dem ungewohnten Treppensteigen in aller Früh erreichen wir die Plattform – gemeinsam mit etwa zwei Dutzend anderen staunenden Touristen.

Ich kenne das Schauspiel schon aus den Vorjahren: wenn im Osten die Sonne aufgeht, taucht sie in wenigen Minuten die westlich gelegenen Bergspitzen in zartes Rosa, das sehr schnell in leuchtendes Gelb übergeht. Wir haben ziemliches Glück mit dem Wetter. Zwar ist die Luftfeuchtigkeit recht hoch, aber die 7000er und 8000er des Annapurnagebirges liegen sollen drei vor uns. So schön!




Es ist erst halb acht, als wir wieder in unserer Lodge sind. Die Sonne scheint und wir frühstücken auf der Dachterrasse. Schon bald ist es so warm, dass wir unsere Jacken ausziehen können.

Ich entscheide mich, zu Fuß nach Pokhara zurückzugehen und genieße den zweistündigen Abstieg, bei dem ich ganz allein durch Felder und Wald gehe, und nur ab und zu an ein paar Häusern vorbeikomme. Es ist ganz still, nur die Freudenjauchzer der Paraglider über mir, Vögel und das Rauschen der Blätter sind zu hören.



Heute ist mein letzter Tag in Pokhara. Ich bin froh, dass ich dieses Jahr wiedergekommen bin. Was die Zukunft bringt, werde ich sehen.
Morgen früh um sieben geht unser Bus nach Kathmandu.
