Deutsche Spuren in Swakopmund

An den allermeisten Tagen im Jahr ist Swakopmund den ganzen Vormittag über in einen feinen sogenannten Seenebel eingehüllt. Es ist sehr frisch, Schal und warmer Pulli oder leichte Daunenjacke sind angesagt, will man nicht frieren. Die Sonne zeigt sich in der Regel erst gegen Mittag. Grund für dieses Phänomen ist der kalte Benguela-Strom, der hier an der Küste vorbeifließt.

Letztes Mal, als wir das kleine Städtchen am Atlantik besucht haben, durften wir diese ganz spezielle Atmosphäre genießen. Dieses Mal erwischen wir zwei von den wenigen nebelfreien Tagen im Jahr.

Trotzdem lassen die Temperaturen um die 20 Grad eher an ein Nordseebad als an einen Ort in Afrika denken. Aber auch Architektur und Sprache erinnern an die von Deutschen beeinflusste Vergangenheit dieses Ortes.

In unserem Hotel wird deutsch gesprochen wie in einigen anderen Geschäften auch.

Im Café Anton bestellt man zwar seine „Schwarwälder Kirschtorte“ auf Englisch, aber das Produkt schmeckt wie irgendwo in Deutschland. Das 70er-Jahre Flair ist fast schon wieder stylisch.

Im „Fachwerk Biergarten“ in der Hauptstraße findet am Abend eine Hallloweenparty statt. Der Musiker, der gerade seine Instrumente hineinbringt, trägt eine Krachlederne.

Im Literaturcafé „Muschel“ werden deutschsprachige Bücher verkauft. Beim Cappuccino kann man gleich ein wenig schmökern.

Nur die vielen Perlhühner in unserer Straße passen nicht so recht ins Nordseebad- Bild – und die an die direkt an die Stadt angrenzende Namibwüste erst recht nicht.

Ein seltsames Städtchen, dieses Swakopmund. Aber ich bin gern hier und staune.

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