Die Pfeilfische und ich teilen uns diesen kleinen Naturteich inmitten des Naukluft- Nationalparks. Durch die umgebenden Berge, die teils fast 2000 m hoch sind, gibt es hier relativ gute Niederschläge, so dass die Gumpen selbst jetzt, wo es schon ewig nicht mehr geregnet hat, mit Wasser gefüllt sind.
Was für eine Freude, nach einem einstündigen Spaziergang durch die Buschsavanne, vorbei an Klippschliefer und Pavianen, bei mehr als 30 Grad, in das kühle Wasser eintauchen zu können.Dann noch ein Picknick, einfach perfekt.


Gestartet sind wir heute Morgen von unserem kleinen Bungalow ohne Adresse. Irgendwo im Nirgendwo. Am Rande des Namib- Naukluft- Nationalparks, dem größten des Landes. Carsten aus Berlin, aufgewachsen in der ehemaligen DDR, verliebte sich auf einer seiner vielen Reisen, die er nach dem Fall der Mauer hierher gemacht hatte, in eine Einheimische und kaufte vor 15 Jahren diese Farm. Er baute vier kleine Bungalows und bekocht seine Gäste selber. Für uns gibt es am ersten Abend köstliches Gulasch aus Zebrafleisch – das erste meines Lebens. Lecker. Wenn er es uns nicht verraten hätte, hätten wir es als Rindfleisch gegessen. Von ihm stammt auch der Tipp, dass man in den Naturteichen schwimmen kann. In ihrem Wasser gibt es keine gefährlichen Tierchen.

Auch die Anreise war spannend. Gleich nach dem Frühstück starteten wir gegen neun in Swakopmund. 350 Kilometer Strecke liegen vor uns, die wenigsten davon asphaltiert. Kurz hinter der Stadt beginnt die Salzpiste. Dass man damit Straßen bauen kann, hatte ich schon auf meiner ersten Namibiareise gelernt. Die Oberfläche ist sehr eben und kann gut bei Tempo 100 befahren werden. Nach Regen oder bei Seenebel, wenn das Material feucht wird, empfiehlt sich das nicht, denn dann wird die Salzpiste schmierig und rutschig. Hatten wir aber beides nicht und so gingen die ersten 100 Kilometer recht flott. Immer wieder faszinierend, wenn man Swakopmund verlässt: links der Straße die Wüste, rechts der Atlantik.Dann beginnt die Pad, die Piste, die aus einem Gemisch aus Steinen und Sand angelegt wird. Afrikanische Massage. Tempo 40 bis 70, je nach Zustand der Strecke. Egal, das ist hier so, ist Teil des Gesamtpakets und wir genießen die Fahrt vorbei am Vogelfederberg, den ersten Köcherbäumen, dem Kuiseb-Canyon, dem Wendekreis des Steinbocks.



80 Kilometer vor unserem Häuschen Irgendwo im Nirgendwo erreichen wir das berühmte Solitaire. Hier geht die „Haupstraße“ weiter nach Süden, der wir in zwei Tagen folgen werden. Rechts ab, also nach Westen, geht es zu den berühmten roten Dünen von Sossusvlei, einem der berühmtesten Spots in Namibia. Wir wollen diesmal nicht dorthin, halten aber, um den ebenso berühmten Apfelkuchen des Holländers Moose Mc Gregor zu kosten.


Solitaire ist eigentlich kein Ort, sondern eine Art “ Wildwest- Tankstelle“, wichtig in den Weiten der Namib- Wüste, wo zwischen den Versorgungsstationen gern mal 100 bis 200 Kilometer liegen. Schöne Fotomotive sind auch die uralten angerosteten Autos, die irgendwann wohl mal irgendwer gesammelt hat.




Etwa 30 Kilometer vor unserem Ziel kommen uns drei Jungs entgegen und bedeuten uns, dass sie gern Wasser hätten. Wir halten an, schenken ihnen eine Flasche und unsere letzten Kekse. Auf einmal hören wir Uli von außen: „Wir haben einen Platten!“ Oh!
Während wir noch die Gebrauchsanleitung lesen (wie lässt man das unterm Chassis befestigte Reserverad hinunter, wo wird der Wagenheber angesetzt…?), hält ein Auto. Ein großer blonder Mann, der sich als Uwe vorstellt und sein junger Mitarbeiter steigen aus, setzen an, drehen, schrauben… Das Ganze dauert keine 10 Minuten und wir sind wieder startklar. Unglaublich. Wir haben so ein Glück, diese beiden Männer getroffen zu haben! Genauso ein großes Glück ist, dass nur drei Kilometer entfernt eine Werkstatt ist, in der unser Reifen repariert wird. Schon am nächsten Morgen können wir ihn abholen.
Carstens Bungalows sind jetzt nicht mehr weit weg. Ein Begrüßungsbier, eine Dusche und eine supergemütliche Behausung inmitten der staubigen Savanne warten auf uns. Und die Zebras. Diesmal (leider) im Topf.
Irgendwo im Nirgendwo: Namib-Naukluft Park
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