Zu Besuch bei Lisar

Sie empfängt uns mit einem verschmitzten Lächeln. Ihre langen schwarzen Haare sind zu einem lustigen Knoten auf dem Kopf zusammengebunden, ihr weißer Anzug aus Leinen wird von einem mit einer prächtigen Muschel geschmückten Gürtel zusammengehalten. An den Füßen trägt sie Bastschuhe. Sie ist 1,45m groß, wurde vor über 7000 Jahren geboren und auf den Namen Lisar getauft, weil sie seit Oktober in Landau an der Isar den Mittelpunkt der neuen Ausstellung im Museum Kastenhof bildet.

Die berühmten Kennis-Brüder aus Holland, die schon Ötzi oder den ersten Neandertaler gestaltet haben, rekonstruierten Lisar fürs Museum auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen. „Lisar ist inzwischen die am besten untersuchte Person der Steinzeit im süddeutschen Raum“, sagt Ausstellungsmacher Simon Matzerath.

Mit vielen kreativen Ideen werden unsere Vergangenheit und ihre Verflechtungen mit der Gegenwart und unserer Zukunft in der Dauerausstellung erläutert.

Vielleicht ist es ab und zu ganz hilfreich, sich vor Augen zu führen, dass unsere Urahnen Migranten aus dem Vorderen Orient waren, die auf der Suche nach einem besseren Leben hier heimisch wurden und den Umbruch vom Leben als nomadisch lebende Jäger und Sammler zum sesshaften Bauern eingeleitet haben.

Das neue Museum ist allemal einen Ausflug wert, auch für Kinder dürfte es interessant sein (www.steinzeit-museum.de).

Abstecher zum wachsenden Felsen

Nach dem Museumsbesuch lockt ein Spaziergang an die Isar. Unweit von Landau entdecken wir den 37 Meter langen und bis zu 5,4 Meter hohen „Wachsenden Stein von Usterling“, die größte steinerne Rinne Bayerns.

Steinerne Rinnen sind Gebilde, die unter bestimmten Bedingungen an kleinen, stark kalkhaltigen Quellen aus Kalktuffablagerungen entstehen. Diese Rinne ist in über 5.000 Jahren gewachsen. Damit ist sie zwar jünger als Lisar, aber doch auch beeindruckend alt.