Bäume pflanzen, Früchte ernten, CO2 vermindern

Bishnu Hari Pandi ist ein Schnellrechner. „Bisher“, so kalkuliert er, „liegt die Erfolgsquote bei 67 Prozent.“ Damit ist er nicht unzufrieden.

Gemeinsam mit Goma und Lukas Trotman von der amerikanischen NGO Woven Earth sind wir heute Morgen nach Pame auf Gomas Farm gefahren.

Von Jahr zu Jahr entwickelt sie sich mehr. Im Treibhaus wachsen gerade Unmengen von verschiedenen Salaten wie Radicchio, aber auch Mangold und Basilikum.

Viele neue Beete wurden angelegt, Bäume gepflanzt. Die Ziegen werden gerade gefüttert, dazwischen tollen die jungen Hunde herum, eine Kuh wird aus dem Stall geführt und draußen angebunden.

Es ist zehn Uhr und inzwischen sind acht Bäuerinnen und ein Bauer eingetroffen, die berichten sollen, was aus den Bäumen geworden ist, die Goma und ihre Mitstreiter von der nepalesischen Organisation Ithaka Institute for Climate Farming Nepal und Woven Earth ihnen vor sieben Monaten geschenkt haben.

Es ist eine idyllische Versammlung: die überwiegend rot gewandeten Farmerinnen vor dem weiten hügeligen Farmland, dazwischen die Tiere, ein Baby nuckelt an Mamis Brust. Es ist warm, die Sonne scheint, ich verstehe mal wieder kein Wort und bemühe mich, nicht einzudösen.

Die Resultate sind einigermaßen befriedigend. Knapp 70 Prozent der Bäume, Avocado, Mango, Papaya, Lychee und andere, leben noch. Die übrigen wurden von den Ziegen gefressen oder in Unkenntnis abgeschnitten.

Rund 60 FarmerInnen aus der Umgebung beteiligen sich an diesem Aufforstungsprojekt (übrigens überwiegend Frauen. „Nepali men are too lazy“ ,“Nepalische Männer sind zu faul“, O-Ton Goma). Heute ist ein Teil von ihnen auf Gomas Farm zusammengekommen, um über Fortschritt und Misserfolg zu berichten, sich von Bishnu Hari Pandi noch einmal motivieren zu lassen und die weitere Zusammenarbeit zu bekräftigen.

Schließlich machen wir uns auf, die Bäumchen, es sind ja noch zarte Pflanzen, vor Ort auf den verschiedenen kleinen Höfen anzuschauen. Wir stapfen querfeldein, balancieren über kleine Steinmauern an Feldrändern, klettern improvisierte Steintreppen hoch.

Die Bauern bekommen die Bäume vom Projekt geschenkt, erhalten pro Baum, der anwächst und in fünf Jahren noch lebt, einen kleinen Geldbetrag und dürfen die Ernte behalten. Lukas und seine Organisation Woven Earth beteiligen sich bereits seit ein paar Jahren. Auf ihrer Website http://www.wovenearth.org bieten sie sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen die Möglichkeit, CO2-Zertifikate zu kaufen. Mit dem Geld werden weitere Bäume gepflanzt. Die Kleinbauern erzielen damit in absehbarer Zeit ein weiteres Einkommen, die Bodenerrosion wird gestoppt und die CO2- Bilanz verbessert. Auch kleine Summen bewirken hier schon Großes.

Dieses Bild entstand vor sieben Monaten, als die Bäume an die Bäuerinnen und Bauern verteilt wurden