Am Sonntag will mein Süßer mit mir baden geh’n…

Badefreuden:
Bei 38 Grad geht auch Achim ins Wasser

… und zwar in der Secret Lagoon im kleinen Örtchen Flúðir. Mittag um 12 Uhr lassen wir uns im heißen Wasser des ältesten Bads Islands treiben. Die Szenerie ähnelt der gestrigen: ohne großes Brimborium ist hier ein Badebecken mitten in der Landschaft. Schlicht aber ergreifend. Die dazugehörigen Facilities sind einfach und zweckdienlich. Der Eintritt mit 3000 ISK (ca. 20 Euro) pro Person allerdings recht gehoben.

Etliche heiße, blubbernde Quellen mit bis zu 100 Grad heißem Wasser speisen das Bad, welches bereits 1891 erbaut wurde.

Eineinhalb Stunden lang genießen wir die Badefreuden. Ehe wir vollends aufweichen, beschließen wir weiterzufahren.

Inzwischen sind wir auf dem Golden Circle, so heißt die beliebte Route in der Nähe von Reykjavik mit einigen Top-Attraktionen.

Eine davon steuern wir jetzt an – baden gehen will hier keiner.

Der Gullfoss, der goldene Wasserfall

Der Gullfoss, der goldene Wasserfall, ist der Namensgeber des Golden Circle. In zwei fast rechtwinklig zueinander stehenden Stufen rauscht das Wasser spektakulär den Berg hinunter.

Im heutigen Licht überwiegen Weiß- und Grautöne. Woher wohl der Name Goldener Wasserfall kommt? Womöglich erscheint das Wasser bei Sonnenschein morgens oder abends gülden? Vielleicht stimmt ja aber auch die Geschichte auf der Infotafel, nach der der Bauer Gýgur keine Lust hatte, irgendjemandem sein Vermögen zu vererben. Deshalb nahm er all sein Gold und warf es in den Wasserfall.

Eine weitere interessante Geschichte weiß unser Reiseführer (Jutta und Alexander Ramin: „Mit dem Wohnmobil nach Island“): „Um 1920 herum sollte der Wasserfall zugunsten eines Kraftwerks weichen, eine englische Gesellschaft hatte das Land um den Wasserfall gepachtet. Sigríður Tómasdottir protestierte dagegen mit einem Barfußmarsch nach Reykjavik und drohte, sich in den Wasserfall zu stürzen. Daraufhin wurde der Vertrag gekündigt und der Wasserfall ging zurück an den isländischen Staat. Der Gullfoss ist seit 1978 Naturschutzgebiet. Sigriður Tómasdottir gilt als erste Umweltaktivistin Islands.

Rettete den Gullfoss: Sigurður Tómasdottir

Auch das dritte und für heute letzte Highlight des Tages ist wässrig. Und heiß. Der Geysir. DER Geysir, der allen Geysiren ihren Namen gab. Die Mutter aller Geysire quasi ist die älteste Wassersprudlerin und wurde bereits im 13. Jahrhundert beschrieben.

Allerdings mag er irgendwie nicht mehr so recht und bricht nur noch sehr selten aus. Vor über 20 Jahren zeigte er zuletzt, was er drauf hat: 122 Meter schmiss er sein Wasser in die Höhe. Damit ist er der größte Geysir der Welt.

Der größte Geysir der Welt – wenn er denn mal was täte

Aber so haben wir nicht viel von ihm. Er qualmt und stinkt ein bisschen vor sich hin. Noch nicht mal als Hotpot ist er zu gebrauchen. Zu heiß und zu unsicher – man hat ja keine Garantie, dass er nicht gerade ausbricht, wenn man entspannt in ihm rumliegt.

Eine Garantie für ganz regelmäßige Ausbrüche bietet aber die kleine Schwester nebenan, Strokkur genannt. Sie bricht alle fünf bis zehn Minuten aus, spuckt ihr heißes Wasser etwa 30 Meter in die Luft und sorgt so für ein ordentliches Spektakel.

Die kleine Schwester vom großen Geysir tut zuverlässig ihre Arbeit

Wir nächtigen gleich nebenan und weil es hier ja nicht dunkel wird, können wir nach dem Abendessen oder vor dem Frühstück Strokkur einen Besuch abstatten und uns von ihrem Wumm erschrecken lassen. Selbst wenn man weiß, gleich passiert es, zuckt man im Moment der Eruption unweigerlich zusammen.

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