Der Vulkan lebt

Vor dem Lavafeld

Am 19. März 2021 um 20.45 Uhr kam die Nachricht: „Eldgos!“ Vulkanausbruch! Im Krysivik-Vulkangebiet, rund 30 km südwestlich von Reykjavik, war es zu einer Eruption gekommen. Das erste Mal seit 800 Jahren. Da weder Menschen noch deren Hab und Gut bedroht waren und auch jetzt noch nicht sind, ist dieser Vulkanausbruch (bisher jedenfalls) eine reine Freude für die Wissenschaft, die Einheimischen und die Touristen. Tausende zog es in den letzten Monaten dorthin auf der Suche nach spektakulären Anblicken. Heute machen auch wir uns auf den Weg. Allerdings ist es nebelig und es nieselt. Egal, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ein Geh- und Radweg durchs alte Lavafeld

Schon auf dem Weg dorthin – wir nehmen die Schnellstraße vorbei am Flughafen – queren wir ein riesiges Lavagebiet, das aber vor langer, langer Zeit entstanden ist.

Etwa zehn Kilometer hinter dem kleinen Örtchen Grindavik entdecken wir linkerhand den großen, ziemlich vollen Parkplatz. Der Regen lässt auch langsam nach und wir packen uns warm ein und ziehen los.

Interessant zu beobachten, wie geschäftstüchtig manche Menschen sind: der Bauer, auf dessen Grund wir parken, verlangt eine Gebühr von 1000 Kronen (etwa 7 Euro), eine Würstchenbude ist da und eine Tafel wirbt für ein Restaurant im benachbarten Ort.

Nach etwa einem Kilometer stehen wir vor den Ausläufern der Lava, die in den letzten Monaten hierher geflossen ist. Sie ist erstarrt, aber in den letzten Tagen gab es im Internet viele Warnhinweise, dass dies nicht bedeute, dass sie auch völlig erkaltet sei. Betreten sei gefährlich, da man einbrechen könne und die Kerntemperatur mindestens 1000 Grad beträgt.

Das riesige frische Lavafeld im Nátthagital zieht viele Schaulustige an.

Wir wandern ein Stündchen am Rande des Lavafelds entlang und bestaunen dieses weitere Naturwunder, das wir hier in Island erleben dürfen.

Die Hoffnung, vom Aussichtspunkt auf dem Berg neben uns etwas vom Krater selbst zu sehen, haben wir inzwischen aufgegeben. Viel zu nebelig. Die Experten bestätigen dies:

Wir trösten uns damit, dass auf dem Rückweg noch ein paar schöne Spots auf uns warten, z. B. der Graenavatn, der Grüne See, an dem Achim endlich mal wieder seine Drohne steigen lässt.

Der Graenavatn ©Joachim Zimmermann

Hier kochen wir uns auch einen Kaffee und machen Brotzeit.

Nur wenige Kilometer später halten wir wieder an. Links der Straße steigen Dämpfe auf – wir sind im Hochtemperaturgebiet Krýsuvik, ein farbenfrohes Solfatarenfeld bietet ein großartiges Schauspiel: Schwefeldämpfe steigen auf, es blubbert aus heißen Quellen und Schlammlöchern. Obwohl es hier sehr nach faulen Eiern stinkt, machen wir einen Rundgang auf den sehr schön angelegten Holzstegen, die quer durch die außergewöhnliche Landschaft führen.

Einen ruhigen Abschluss findet dieser Ausflug am Kleifarvatn, einem verzauberten See, umgeben von schwarzen Bergen. Hier, ich bin mir recht sicher, hier müssen Elfen und Trolle wohnen.

Wie verzaubert: der Kleifarvatn

PS: So sah es gestern Nacht am Vulkan aus! Tja.

Hinterlasse einen Kommentar