Auf Snaefellsnes

Gleich zum Start unserer Wanderung gibt es Ärger. Die Seeschwalben halten uns für Feinde und fliegen Scheinattacken. Aber bleibt es auch beim Schein? Achim hat da schon mal schmerzhafte Erfahrungen gemacht. Mit der Handtasche wedele ich in der Luft, ziehe den Kopf ein und beeile mich, am Brutgebiet der Vögel vorbeizukommen.

Wir sind unterwegs zu dem formschönen Krater Eldborg, den man besteigen kann. Achim hat manchmal Ähnlichkeiten mit einer Ziege: wenn man irgendwo hoch kann, muss er hoch. Also auch hier. Und ich mit (ich könnte ja was verpassen 😀).

Oben angekommen blickt man in 50 Meter Tiefe. Und stärkt sich mit einem Müsliriegel für den Rückweg und einen weiteren Seeschwalbenabwehrkampf.

Der Westen der Halbinsel, die etwa 100 km nördlich von Reykjavik liegt, wird vom namengebenden Gletscherberg Snaefellsjökull dominiert. Jules Vernes Geschichte von der „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ nimmt hier ihren Anfang. Wir umrunden den schneebedeckten Berg beinahe, er sieht aus jeder Perspektive wunderschön aus.

Am Abend finden wir einen superschönen Stellplatz im Örtchen Grundafjördur mit Blick auf einen kleinen Hafen, den Fjord und die umgebenden Berge.

Da wir heute den ganzen Tag Sonnenschein hatten, sind wir optimistisch, dass es heute mal klappt mit der Mitternachtssonne. Um kurz vor zwölf gehen wir an den Strand. Auf dem Weg durchs Dorf sehen wir schon, dass eine fiese kleine aber dichte Wolkendecke die Sonne von unten anknabbert.

Mitternachtssonne: 23.50 Uhr

Die roten Farben kommen nicht so kräftig raus, so dass keine typischen Sonnenuntergangsbilder entstehen.

Um kurz nach Mitternacht
0.15 Uhr

Was mich immer noch am meisten fasziniert ist, dass es wirklich nicht dunkel wird. Es ist lesehell mitten in der Nacht – was natürlich dazu führt, dass die Grenzen zwischen Tag und Nacht zerfließen. Neulich habe ich mit einer Schweizerin gesprochen, die sagte, dass sie nicht nur zwei sondern vier Stunden Zeitumstellung zu verkraften habe, wenn sie nach Hause käme. Denn sie gingen hier immer mindestens zwei Stunden später ins Bett als normal.

Um Mitternacht am Strand

Wir gehen gegen eins ins Bett, die Sonne wird zwei Stunden später wieder aufstehen.

Frühstück bei sommerlichen Temperaturen von 13 Grad

Als wir wach werden und gegen halb neun frühstücken, leistet sie schon wieder ganze Arbeit. Angeblich hat es nur 13 Grad, sie fühlen sich jedenfalls sehr kurzärmelig an.

Ein Highlight steht noch auf unserer Snaefellsnes-Liste: Kirkjufellberg und – wasserfall möchte Achim unbedingt noch fotografieren. Es gibt davon ein superschönes Bild in unserem Reiseführer. Mal sehen, ob wir das auch hinkriegen.

Ja, hat geklappt: Spot gefunden und optimale Lichtverhältnisse.

Mein Foto
Der Meister bei der Arbeit
Achims Bild

„Das ist einer dieser Spots, an denen Du den ganzen Tag mit der Kamera stehen kannst“, sagt der Mann. Nix da, ich will jetzt in den Norden!

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