Am Meer entlang nach Süden

Das Meer heute ist blau, tief blau. Wie im Süden. Dabei sind wir noch ganz weit oben im Norden, als wir heute Morgen losfahren. Und es ist kalt. Dicke Hose, dicker Pulli. Kein Draußen-Frühstück. Aber das Meer hat heute Vormittag nicht die geringste Lust, einen grauen, wilden Nordatlantik zu geben. Spielt es Mittelmeer?

Etwas später hüllte es sich in Wolken und gibt sich geheimnisvoll.

Und gibt uns Rätsel auf: woher kommt dieses Treibholz? Es gibt ja in Island so gut wie keine Bäume. Jedenfalls nicht so große wie hier immer wieder am Strand liegen.

Der Bauer Guttormur Þorsteinsson hat das alles aufgesammelt und dem Pastor Hóseas Árnasonerbaut geschenkt. Davon konnte der eine Kirche bauen, die ihm sonst kein Mensch finanzieren wollte, die Gläubigen nicht und die Obrigkeit ebenso wenig. Aber so ist ja alles gut ausgegangen und wir stehen kurz nach Mittag vor dem schmucken Gotteshaus.

Es stammt aus dem Jahr 1845 und ist die älteste Kirche Ostislands.

Wenig später fröne ich nochmal der hiesigen Badekultur. Wir sind ja eh schon auf einer Nebenstraße und verlassen diese, um über eine noch kleinere Straße zu einem Schwimmbad zu fahren. Das Schwimmbecken und der Hotpot in Sélardalslaug werden von einer heißen Quelle gespeist und das Bad liegt idyllisch am Fluss. Was weiß der Reiseführer? Hier im Fluss haben schon Promis wie Prinz Charles und George W. Bush nach Lachsen geangelt. Ob Achim deshalb das Fotografieren am Fluss dem heißen Bad vorgezogen hat?

Das planmäßige Tagesziel, den kleinen Ort Vopnafjörður, erreichen wir bereits um halb vier. Zwar liegt der Campingplatz etwas erhöht mit Meerblick, aber im Vordergrund stehen große Hallen, die wohl der Fischverarbeitung dienen. Das finden wir nicht so schön und beschließen weiterzufahren.

Es zieht uns jetzt doch nochmal ins Hochland. Möðrudalur hat einen Campingplatz und ist viel gelobt. Schon die Fahrt dorthin ist ein Genuss.

Es ist ziemlich viel los hier, aber wir finden ein ruhiges Plätzchen mit Weitblick.

Hier gibt es den höchstgelegenen Bauernhof Islands, ein hübsches Café, ein Kirchlein und ein paar Torfhäuser. Sehr hübsch alles.

Ob wir morgen die acht Kilometer Piste, die wir hergekommen sind, zurückfahren, um dann in einem Bogen, aber asphaltiert, wieder auf die Ringstraße zu kommen, oder aber 42 Kilometer Schotterweg nehmen, wissen wir noch nicht. Bisher kam noch kein WoMo aus der Richtung.

Hinterlasse einen Kommentar