Was bringt ein Aussichtspunkt ohne Aussicht? Aussicht. Halt in Schwarz-Weiß statt in Blau-Weiß. Wetter wird bekanntlich gern mal überschätzt.

Ganz normal ist es hier auf den Straßen mit Aussicht, dass es sie auf einmal gar nicht mehr gibt. Dass sie von einem Fjord unterbrochen werden und man sich von einer Fähre auf die andere Seite bringen lässt.

Ansonsten fährt man hier sehr gemütlich Auto. Höchstens 80, meistens 60. Sehr angenehm für Touristen. Wir haben dann Zeit zu gucken. Wenn uns nicht gerade einer der vielen Tunnels die Aussicht nimmt.

Eine Panoramastraße ist übrigens auch eine Panoramastraße, wenn man vorübergehend das Panorama nicht wirklich sieht. Es ist ja da, sieht bei Regen nur anders aus als bei Sonnenschein. Man spielt sich nur selbst ab und zu einen Streich, indem man seufzt „Ach, wie schön sähe das hier bei Sonne und blauem Himmel aus!“
Da gibt es nur ein probates Gegenmittel: eine Kaffeepause. Mit Aussicht und selbst gebackenem Apfelkuchen.

Den habe ich am Tag zuvor gebacken. Da hatten wir in Stavanger 20 Euro für zwei Milchkaffee und zwei Zimtschnecken bezahlt. Unseren schönen Übernachtungsplatz am Fähranleger in Aunes erreichten wir bereits um fünf und – Regen, sei Dank! – es gab nichts besseres zu tun als zu backen.


Ein Nieselspaziergang mit Ausblick auf eine Brücke über Stromschnellen, die zu einem kleinen Wasserfall führen, in dem zur Saison Lachse springen, gliedert sich nahezu perfekt ins Tagesprogramm.



Und weil es hier so schön ist, bleiben wir einfach heute Nacht.

