San Marino – die älteste Republik der Welt

Irgendwie haben wir bisher immer einen Bogen  um diesen winzigen Stadtstaat in der Nähe von Rimini gemacht. Dieses Mal wollen wir ihm einen Besuch abstatten. Von Comacchio in die Marken kommt man hier unweigerlich vorbei. Schade, dass ich meinen Reisepass nicht dabei habe – in der Touristeninfo könnte man sich einen Stempel holen. Für 5 Euro ein nettes Souvenir.

Wir parken auf dem kostenlosen Stellplatz unterhalb der Seilbahn, die uns in wenigen Minuten zur Altstadt hinauf bringt. Hoch oben auf dem Kamm des 765 Meter hohen Monte Titano thront das Wahrzeichen San Marinos, die Burg Rocca Gualta aus dem 11. Jahrhundert.

Drumherum Gassen mit Souvenir-, Parfum und Waffengeschäften, Hamburger-, und Pizzaläden, ein paar Cafés und Trattorien.

Achim bringt mich auf die Idee, mal wegen Parfum zu gucken und ich erwische glatt ein Schnäppchen: mein geliebtes Roma von Laura Biagiotti für die Hälfte. Das lohnt sich.

Ob es das ausgeprägte kommerzielle Treiben ist oder die Tatsache, dass hier in der Altstadt kaum noch jemand wohnt, jedenfalls wirkt das UNESCO-Weltkulturerbe seltsam steril. Eher wie eine Filmkulisse.

Basilika di San Marino

Bleibt noch die Frage, wieso es hier in Italien diese Zwergrepublik, die immerhin vollwertiges Mitglied der Vereinten Nationen ist, überhaupt gibt.

Die Geschichte San Marinos geht auf das Jahr 301 zurück. Der Legende nach soll der Heilige Marinus (San Marino) vor den Christenverfolgungen auf den Berg Titano geflüchtet sein und dort mit Glaubensbrüdern und -schwestern eine erste christliche Gemeinschaft gegründet haben. Eine zum Christentum konvertierte Römerin schenkte Marinus den Berg, und nach dessen Tod im Jahr 366 gründeten seine Anhänger dort die Republik San Marino. Im Laufe der Jahrhunderte erweiterten die San-Marinesen ihr Territorium friedlich durch Landerwerb und verteidigten dank geschickter Diplomatie und der Unterstützung eines gut ausgebildeten Heeres erfolgreich ihre Souveränität.

Der Palazzo Publico auf der Piazza della Libertà

So blickt die Republik auf eine 1700jährige Geschichte zurück und gilt damit als die älteste der Welt.

Nach dem Stadtbummel machen wir es uns im Bus gemütlich und planen unsere Fahrt durch die Marken, an deren Grenze wir uns jetzt befinden.

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