In den sibillinischen Bergen: ein Adler, ein Hirsch, null Foto

„Macht heute Nacht ein Fenster auf, dann hört Ihr sie“, empfahl uns der Wirt vom Dal Navigatore gestern Abend. „Und wenn Ihr auf den Monte Pagliano geht, habt Ihr auch gute Chancen.“ Hier im Nationalpark Monte Sibillini gibt es nämlich Hirsche und die haben jetzt Brunftzeit.

Heute Nacht habe ich nur Achim gehört und während unserer Wanderung habe ich die ganze Zeit die Ohren gespitzt, leider keine röhrenden Hirsche gehört.

Aber dann, unmittelbar unter dem Gipfel, spitzt auf einmal ein Hirschgesicht über die Kante. Er schaut, wir schauen, dann ist er wieder weg. Leider kein Foto.

Dafür gibt es welche vom Aufstieg und von oben.

Super! Zwei davon haben mir die vierstündige Wanderung erleichtert.
Hier geht’s hin: auf den Monte Pagliano. Immerhin 600 Höhenmeter.
Nicht so steil wie gestern
Beste Aussicht

Den Adler haben wir ganz zu Anfang der Tour gesehen. Er beäugte uns, wir schauten ihm durchs Fernglas zu und freuten uns sehr. Wir haben sehr, sehr lange keinen Adler mehr gesehen. Er war so hoch oben, dass es von ihm leider auch kein Foto gibt.

Ganz aus der Nähe lassen sich leider immer noch die Spuren des schweren Erdbebens von 2016 erkennen. Die Dörfer hier in der Gegend waren am meisten betroffen und immer wieder stößt man auf zerstörte und verlassene Häuser und ganze Dörfer.

Als wir heute Morgen in Castelsantangelo, wo wir übernachten, einkaufen gingen, kamen wir an den Siedlungen vorbei, die als Ersatz für die zerstörten Häuser gebaut wurden. Auf der Fahrt hierher waren uns ähnliche Bauten auch schon aufgefallen.

Die Menschen wohnen jetzt direkt unterhalb ihrer ruinierten Heimat.

Auch der Wirt, bei dem wir gestern Abend waren (und gleich wieder, heute ist Pizzaabend. Und der leckere Wein kostet immer noch 4 Euro. Der Liter), hat sein Lokal im alten Dorf verloren und vor ein paar Jahren ein neues aus Holz gebaut. Gleich neben unserem Stellplatz. Er gab uns noch einen Tipp, den wir auch gleich befolgt haben: die leckere Wurst, die er uns zum ersten Glas Wein probieren ließ, gibt es beim Metzger um die Ecke. Sie heißt Ciauscolo, ist eine streichfähige Mettwurst, die mit dem süß-herben Dessertwein vin cotto, Knoblauch, Salz und Pfeffer gewürzt ist. Wir haben gleich mal zwei davon gekauft. Man braucht ja etwas Vorrat.

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