
Wir haben es geschafft. Nach vier Tagen in Frankreich, sechs in Spanien, 3000 Kilometern und einer einstündigen Schifffahrt durch die Straße von Gibraltar rollen wir gegen Mittag auf den afrikanischen Kontinent. Das dürfen wir vorwärts tun, nachdem Achim bei der Einfahrt aufs Schiff den Bus RÜCKWÄRTS hochfahren musste. Er erledigte das ziemlich cool. Wäre ich allein unterwegs gewesen, … Keine Ahnung. Rückwärtsfahren gehört nicht zu meinen Stärken.

Jetzt sind wir zwar auf dem afrikanischen Kontinent, aber immer noch in Europa, nämlich in der spanischen Enklave Ceuta, die seit 1415 zunächst in portugiesischem und später in spanischem Besitz ist. Auch nach der Unabhängigkeit Marokkos 1956 blieb Ceuta spanisch. Seit 1993 gibt es einen Grenzzaun zu Marokko, um die Einwanderung in die EU zu verhindern.
Wir tanken noch günstig (1,33 € pro Liter) und folgen den Schildern zur Grenze. Dort geht alles recht flott. Die Polizei drückt uns den Stempel in den Pass, der Zoll lässt seinen Drogenhund einmal durch unseren Bus schnüffeln und inspiziert den Kofferraum. Waffen? Drohne? Alkohol? Nein, nein, ja. Wieviel? Weiß ich nicht genau. Vielleicht 10 Dosen Bier und zwei Flaschen Wein? Egal, passt schon. „Bienvenu au Maroc! Willkommen in Marokko!“

Die ganze Prozedur hat eine gute halbe Stunde gedauert und alle waren sehr freundlich zu uns. Nächste Aufgabe: Geld wechseln und Sim-Karten für die Telefone kaufen.


Auf unserem Weg nach Tanger kommen wir am Kap Malabata vorbei. Ein guter Spot zum Ankommen, den ersten Pfefferminztee und die schöne Aussicht genießen.


Als wir Tanger erreichen, ist es bereits halb sechs und wir steuern einen bewachten Parkplatz neben dem städtischen Fußballplatz an. Wir zahlen 2,50 € für die Übernachtung und teilen uns den großen Platz mit einigen anderen Autos und WoMos, beschallt vom Pfeifen des Schiedsrichters, Klatschen und Rufen der Fans und Spieler. Da geht das Hundegebell fast unter.

Im letzten Tageslicht machen wir uns zu einem Bummel durch die Medina, die Altstadt mit vielen Gassen und unzähligen Geschäften, auf.



Die Atmosphäre ist recht entspannt. Die Händler bedrängen ihre potentiellen Kunden kaum, viele Einheimische und gar nicht so viele Touristen sind hier unterwegs.

Zum Abendessen finden wir ein hübsches kleines Restaurant, in dem wir unsere schon sehnlich erwarteten Tajines bekommen. Meine ist so zubereitet, wie ich es besonders mag: Huhn mit Trockenfrüchten und Nüssen. Köstlich.
Achim freut sich über seine mit Hackbällchen und Ei auch, aber noch mehr Spaß als das Essen bereiten ihm die Jungs, die ihm auf dem Rückweg zum Bus ein freundliches „Bonjour, Einstein!“ zurufen. Es gibt hier viele Friseure. Vielleicht ergibt sich ja noch ein Besuch?
