Bessalama, Au Revoir!

Nach einem entspannten Tag voller Nichtstun am Meer sind wir bereit, Marokko zu verlassen. Unsere Zeit ist um. Nach fast zwei Monaten wollen wir nach Hause. Familie, Freunde und ein gemütliches Zuhause warten auf uns. Wie immer am Ende einer längeren Reise halten sich Wehmut und Vorfreude die Waage.

Wir genießen noch das Ostersonntagfrühstück bei Ahmed am Strand. Am Abend zuvor habe ich zwei Eier angemalt, die köstlichen marzipangefüllten Gazellenhörnchen sind ein perfekter Schokoeierersatz und die Blümchen vom Strand sehen wunderschön aus auf unserem Frühstückstisch.

Dann nehmen wir die letzten Kilometer Richtung Fähre unter die Räder. Vorher hauen wir im Carrefour in Martil noch unsere letzten 1500 Dirham (150 Euro) auf den Kopf. Wir haben vor ein paar Tagen 200 Euro geholt, das war offensichtlich zu viel für die verbleibende Zeit. Gazellenhörnchen, Walnüsse, Käse, Schinken …

Danach durchqueren wir Badeorte, die nahezu mondän anmuten. Palmengesäumten Avenuen, elegante Hotels, große Wohnanlagen, die sicherlich zum großen Teil von Wochenend- und Sommergästen genutzt werden. Dann kommt Ceuta in Sicht, die spanische Enklave in Marokko.

Die Grenzabfertigung inklusive Kontrolle des Wohnmobils von innen dauert alles in allem eine Stunde und verläuft höflich und entspannt. „Bon voyage! Gute Reise!“

Wir fahren direkt weiter zum Hafen, checken ein und können gleich die nächste Fähre nehmen – allerdings muss Achim wieder rückwärts hochfahren. Für ihn wieder kein Problem, ich traue mir das nach wie vor nicht zu.

Dann sind wir an Bord, begießen das Ereignis mit einem kleinen Bier und schon eine Stunde später sehen wir den Felsen von Gibraltar.

Wenige Minuten nach dem Anlanden stehen wir schon am Yachthafen von Algeciras, wo wir vor beinahe sechs Wochen aufgeregt der Marokkoreise entgegen sahen. Es ist alles viel besser geworden als erhofft. Die Vielfalt der Landschaft sei als erstes benannt: die Atlantikküste, die Stein- und Sandwüsten, die Mittel- und Hochgebirge. Bevölkert von freundlichen Menschen, bei denen man sich willkommen geheißen und sicher fühlen kann. Wir sind übrigens kein einziges Mal von der Polizei kontrolliert worden. Einige Kinder in den Bergdörfern haben gebettelt, aggressiv waren sie dabei nicht. Manchmal war es nicht einfach zu erkennen, ob jemand einfach nur nett sein wollte oder eine Gegenleistung erwartete, ohne dies vorher zu sagen. Das ist aber sehr selten passiert.

Wir fahren jetzt gemütlich durch Spanien und Frankreich nach Hause und ich denke mir im Stillen: „In einer guten Woche kann man Marokko gut wieder erreichen.“ Vielleicht schon nächstes Jahr?

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