
Wir fahren weiter nach Süden und nehmen dabei kleine Straßen so nah an der Küste wie möglich. Richtig ans Wasser kommt man allerdings nur, wenn man einen Abstecher macht.

Entweder sehen wir von weitem etwas Interessantes: „Guck mal dahinten! Was ist das denn?“ Im Näherkommen erkennen wir zwei Figuren, die aufs Meer hinausschauen. Wachten op hoog water, Warten aufs Hochwasser heißt das Kunstwerk.


Oder es gibt einen Hinweis bei google maps wie auf diesen Waadfisker, den Fischer im Watt, der uns an den Deich lockt und zu einem Blick aufs Wattenmeer verhilft.
Das ist für diese Reise wohl auch der letzte, denn weiter südlich gibt es keine vorgelagerten Inseln und somit auch kein Wattenmeer mehr.

Aber jetzt erstmal zu Albert Hijn, einem holländischen Supermarkt. Hier findet man so typische Leckereien wie Schokoladen- und bunte Zuckerstreusel, Lakritze, Spekulatiusbruch, Pudding mit Keksbrösel u. v. a. m. Normale Sachen gibt es auch, aber wer will die schon?

Die Lage am Meer verlieh dieser Stadt eine wichtige Handelsposition. Auf diese Weise bekam Harlingen im Jahre 1234 bereits das Stadtrecht. Im Laufe der Jahrhunderte nahm der Wohlstand zu. Das kann man an den über 500 monumentalen Gebäuden, die Harlingen zählt, erkennen.


Aber auch die schlichteren Bürgerhãuser und die kleinen und großen Häfen und Kais haben ihren Reiz.

Hier bekomme ich auch eine weitere Spezialität: Kibbeling, ein niederländisches Fischgericht. Fischfilet wird in mundgerechte Häppchen geschnitten, mit Backteig überzogen und dann frittiert. Remouladensauce dazu und das ganze in ein weiches weißes Brötchen gepackt. Bestes Junkfood.

Der nächste Höhepunkt des Tages ist die Fahrt über den Afsluitdijk, den Abschlussdeich. Der 32 Kilometer lange Damm wurde in den 30er Jahren gebaut und ist eines der wichtigsten niederländischen Objekte zur Landgewinnung und zum Küstenschutz. Er machte aus der gezeitenabhängigen Zuiderzee das Binnengewässer Ijsselmeer.

In der Mitte des Dammes gibt es einen Parkplatz. Ein idealer Platz für den Nachmittagskaffee. Neben uns drehen sich rund hundert Windräder. Sie bilden den weltweit größten Windpark in einem Binnengewässer. Hier werden 1,5 Terrawattstunden Strom erzeugt. Damit können 500 000 Haushalte versorgt werden.

Zum Schlafen haben wir einen Platz im Binnenland gefunden. Die kleine Ortschaft Oosthuizen bietet zwei Stellplätze für Camper an einem Kanal an. So stehen wir wieder am Wasser, sind glücklich, dass das Wasser von oben heute ausgefallen ist und sind gespannt auf den morgigen Tag.
