Die letzte Bratwurst vor Amerika

Die Würstchenbude steht hier schon seit 28 Jahren. Letztes Mal haben wir uns hier auch eine original Thüringer Bratwurst gekauft. „Die letzte Bratwurst vor Amerika“ prangt in großen roten Lettern auf dem Verkaufswagen auf dem Cabo de  São Vicente, dem südwestlichsten Punkt des europäischen Festlands. Dahinter: nur noch Wasser und Amerika.

Weil der Wetterbericht für heute Nachmittag, ab 15 Uhr, Regen angesagt hat, machen wir am Morgen flott und schaffen es tatsächlich, schon um neun auf den Rädern zu sitzen. Noch scheint die Sonne und es ist angenehm bei 16 Grad. Achim findet eine tolle Route, die uns zwar hügelauf und hügelab, aber die ganze Zeit auf guten Feldwegen oder Nebenstraßen mit wenig Verkehr, führt.

Wenn ich dieser Tage mal schrieb, dass hier Sommer sei, sollte das natürlich nur Ausdruck für meine Freude über das schöne Wetter sein. Denn es ist natürlich, seit gestern auch ganz offiziell, Frühling – und das sieht man. Es grünt und blüht. Im Sommer schaut es hier wahrscheinlich sehr viel anders aus. Ich tippe mal auf braun und verdörrt.

Der Regen, der dann fällt (nicht wie ausgemacht um drei sondern schon um 12), tut dem Land jedenfalls gut – und macht uns pitschenass.

Zum Trocknen und zum Trost gibt es erstmal einen Kaffee im Bus. Dann machen wir uns startklar, aber der Start ist gar nicht so einfach. Denn unser lehmiger Untergrund hat sich durch den Wolkenbruch in eine Rutschbahn verwandelt. Aber mit viel Geduld und einigen Lenkmanövern gelingt es Achim schließlich, den Bus aus dem Modder zu holen. Wir sind übrigens nicht irgendwo in der Pampa sondern auf einem Campingplatz gestanden.

Im Gegensatz zum gestrigen Nachmittag ist der heutige nicht so dolle: Einkaufen, Bus sauber machen und aufräumen, chillen.

Gestern haben wir uns zwei sehr hübsche Orte  angeschaut: Lagos und Burgau. Die eine etwas größer als die andere, beide direkt am Wasser gelegen mit hübschen Promenaden, Gassen, Plätzen und jede Menge Cafés, Restaurants und buntem Treiben.

In Burgau hatten wir damals ein Appartement und sogar eine „Stammkneipe“, die „Bar Brizze“. Es gibt sie immer noch, nur leider war sie geschlossen. Da müssen wir wohl noch mal wiederkommen.

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