
Nach München sind es von hier aus 2780 Kilometer. Ganz schön weit weg von Zuhause.
Rovaniemi steht für den Polarkreis, es ist das Tor nach Lappland und zugleich seine Hauptstadt. Die Stadt wurde im zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht nahezu vollständig zerstört und von1945 bis 1952 nach Plänen des Architekten Alvar Aalto wieder aufgebaut. Als Grundriss für den neuen Ort wählte er ein Rentiergeweih.
Für viele ein touristisches Highlight ist das Weihnachtsmanndorf, in dem Santa Claus täglich große und kleine Kinder empfängt. Sogar das nicht weit entfernte Polarkreiszentrum, an dem wir heute Nacht campiert haben, ist ganzjährig vom Weihnachtsmannfieber angesteckt.


Nach dem Frühstück entfliehen wir dem Rummel, um zu unserer ersten größeren Wanderung in finnisch Lappland aufzubrechen. Besser gesagt in Sápmi, denn so lautet die korrekte Bezeichnung für dieses Gebiet.

Wir fahren in die Arctic Circle Hiking Area. Hier gibt es verschiedene Wanderwege. Wir haben uns einen acht Kilometer langen Rundweg ausgesucht.
Gleich am Anfang werden wir gewarnt, dass duck boards in schlechtem Zustand gewesen seien und man sie deshalb entfernt hätte. Schulternzucken, Duckboards? Keine Ahnung. Egal, wir wollen los.
Wir queren den Fluss, dann geht es auf Bohlenwegen durch den Wald. Unter uns ist Moor.

Nicht nur hier sondern vielfach zumindest im Norden Finnlands gibt es Laavus, Unterstände, in denen Wanderer, Ausflügler oder Touristen verweilen können. Ausgestattet sind sie meist mit einer Feuerstelle, einem Grill, gehacktem Holz und einem Trockenclo. Heute ist Samstag und später, wieder in der Nähe des Parkplatzes, begegnen wir einheimischen Familien mit Picknickutensilien auf dem Weg zu den Laavus.

Für uns ist jetzt erstmal Schluss. Der Bohlenweg hört abrupt auf. Was heißt gleich nochmal duckboard? Bohlenweg! Mist.

Was stand auf dem Warnhinweis? „Wer weitergeht, wird sehr nasse Füße bekommen“. Hm. Was tun? Umkehren? Nein, auf keinen Fall. „Mehr als nasse Schuhe können wir ja nicht kriegen. Und die trocknen wieder“, sind wir uns einig. Also Hose hochkrempeln und rein ins Nass. Wattwandern ist auch nicht viel anders.

Etwa 20 Minuten waten wir durchs nasse Moor und freuen uns, dass wir nicht umgekehrt sind. Man kann hier ganz gut gehen, sinkt nicht tiefer ein als zu den Knöcheln und kalt ist es auch nicht. Die Sonne lugt immer mal wieder raus und es hat um die 20 Grad.

Zur Belohnung gibt es vor unserem heutigen Aussichtsturm (30 Stufen, null Vögel) eine kleine Brotzeit, angereichert mit Assamtee und einem Schuss Gin.

Beschwingt laufen wir die letzten vier Kilometer bis zum Parkplatz. Jetzt gibt es wieder einen schönen Bohlenweg und unsere Schuhe können schon ein bisschen trocknen.

Um die Stadt anzuschauen, sind wir zu faul. Aber Einkaufen geht noch.
Dann machen wir uns auf die Suche nach einem Laavu für heute Nacht. Das erste, das wir uns ausgeguckt hatten, ist schon besetzt.
Aber das zweite ist frei. Wir stehen direkt am Fluss, weit und breit kein Mensch. Nur ein paar Knotts, diese winiwinzigen Mücken – damit es nicht zu paradiesisisch wird. Aber wir wehren uns mit einer Mückenspirale und einem kleinen Feuerchen. In das wir Würste halten. Von denen die Knotts nix abkriegen. Ha!





Ihr Zwei seid Einmalig.Abenteuerlustig und Großartig.Freue mich immer wenn ich noch ein Stück von der Welt kennen lerne durch Euch..Noch eine schöne Zeit, werde Euch so gerne begleiten.Lgr. Brigitte
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