Eine Burg, eine Kirche und viel kaltes Wasser

Olavinlinna ist eine mittelalterliche Burg in der Stadt Savonlinna. Sie gilt als die am besten erhaltene Mittelalterburg in Nordeuropa. Auch hier sind wir, gemeinsam mit einem jungen Mann aus Japan, allein. Die Saison ist sehr kurz, maximal drei Sommermonate. Wir schlendern ein wenig durch die Jahrhunderte alten Mauern, gucken raus aufs Wasser, von dem die Burg umgeben ist und trotz Windes klappt es mit einem Drohnenfoto.

1912 wurde die Burg durch die Sopranistin Aino Ackté als Veranstaltungsort für Opernfestspiele entdeckt und nach 37-jähriger Pause 1967 durch den deutsch-österreichischen Tenor Peter Klein wiederbelebt. Seitdem finden die Festspiele jedes Jahr im Juli im Burghof statt.

Der Ort selbst ist auf Inselchen verteilt, hat mindestens einen kleinen Sandstrand und eine idyllische Wasserfront. Dass die Saison vorbei ist, hat natürlich seine zwei Seiten: wenig Touristen, kein Gedränge, keine Park- oder Stellplatzsorgen. Andererseits hat auch vieles zu, zum Beispiel die Kioske am Marktplatz, in denen man zur Saison leckere gebratene Fischlein bekommt.

Einen sehr besonderen Platz suchen wir zum Mittagessen auf. Unsere karelischen Piroggen essen wir im Schatten der größten Holzkirche der Welt, wie gesagt wird. Sie steht in Kerimäki, ist 180 Jahre alt und bietet Platz für 5000 (!) Gläubige. Warum sie diese Dimension hat? Ziel des Architekten Anders Granstedt war, dass die Hälfte der Bewohner des Ortes auf einmal in die Kirche passen könnte.

Am Nachmittag fahren wir durch selten schöne Landschaft,über einen natürlichen Höhenrücken, der straßenbreit ist, rechts ein See, links ein See.

Die Sonne scheint und bei 18 Grad spiele ich mit dem Gedanken, wenigstens mal die Füße ins Wasser zu stecken. Oder gar eine Runde zu schwimmen? Da vorn kommt eine Badestelle. Lass uns mal anhalten! Ich messe die Wassertemperatur: 15 Grad. Na, das ist doch einen Versuch wert. Badeanzug an und rein.

Uiuiui! Das sind niemals 15 Grad! Fünf, vielleicht zehn. Nach ein paar Zügen bin ich wieder draußen. Trotzdem: Herrlich!

An unserem Übernachtungssee verzichte ich allerdings auf eine Wiederholung des Experiments. Da haben wir auch viiieeeel Besseres zu tun.

Dass unsere bisherigen Stellplätze hier in Finnland noch zu toppen sind, hätte ich nicht gedacht.

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