Wir verästeln uns

Ich wette, der Ringelrobbe ist das Wetter zu schlecht. Bisher hat sie sich jedenfalls nicht gezeigt.

Heute Nacht war es im Bus sehr unruhig. Ich träumte vom Abbruch einer Hangkante, wurde vom trommelnden Regen wach und überlegte mir wechselweise, ob die Kante, auf der wir stehen, oder eine der Kiefern, unter denen wir stehen, ebenfalls abbrechen könnten. Um halb vier stand ich auf, guckte aus dem Fenster, sah nichts, nur tiefschwarze Nacht.

Kurz danach wurde auch Achim wach. Er habe seltsame Gerüche wahrgenommen, nach Lagerfeuer und nach Essen. Wir besprechen kurz die Lage und gehen zurück ins Bett. Um sechs werde ich wieder wach, weil Achim aufsteht. Nach einer Stunde kommt er zu mir: „Ich fahre den Bus mal etwas höher. Gleich gießt es so richtig und wir stehen eh schon im Schlamm“.

Also parken wir um und frühstücken. Vielleicht gibt es ja heute mal ein Nachmittagsschläfchen?

Der Saimaa, dessen Verästelungen wir heute den ganzen Tag folgen, ist Finnlands größter und Europas viertgrößter Süßwassersee und das nicht als zusammenhängende Wasserfläche wie man es gewohnt ist, sondern als Seenlandschaft mit knapp 14.000 Inseln, Halbinseln und Fjorden.

Die Landschaft hat sich ziemlich verändert. Oftmals sind rechts und links des Weges Felsen im Wald zu sehen und wir staunen, wie die Kiefern aus ihnen herauswachsen.

Im Wasser sind nun immer wieder Oser zu sehen, schmale, manchmal langgezogene Rücken aus Sand und Kies, Überbleibsel der Eiszeit. DIE Saimaa-Kulisse.

Mittags erreichen wir die Kleinstadt Mikkeli. Unser erster Weg führt wie üblich zum Marktplatz. Wegen des Regens ist es trostlos hier.

Stimmt nicht! Trost ist schon da: endlich bekomme ich hier Piirakka, Brötchen mit eingebackenen Fischen. Lecker.

Wir bewundern noch die stattliche Kathedrale und gehen zurück zum Bus.

In Mikkeli gibt es auch einen großen Supermarkt mit guter Auswahl und so erledigen wir gleich unseren Wocheneinkauf. Als wir wenig später am heutigen Übernachtungsplatz im Sporthafen von Ristiina ankommen und alles in der Bordküche verstauen, wundern wir uns: Tonic! Wo kommt das denn her und was machen wir denn damit bloß? 🙂

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