Vor genau einem Monat legten wir mit der Fähre in Helsinki an. Heute sind wir wieder dort, aber noch nicht ganz am Ende unserer Reise.

Nach einer ausführlichen und herzlichen Verabschiedung von Hans fahren wir erstmal ins hübsche Porvoo. Es ist die zweitälteste finnische Stadt. Hier wurde 1809 der Grundstein für den finnischen Staat gelegt.
Wir schlendern durch die Altstadtgassen, die von bunten Holzhäusern gesäumt sind, in die kleine Boutiquen, Andenkenläden und Cafés eingezogen sind. Alles steht unter Denkmalschutz und ist hervorragend gepflegt.

Unten am Fluss liegen malerisch die gut erhaltenen Salzspeicherhäuser aus der Hansezeit.

Wahrzeichen der Stadt ist der Dom mit seinem Giebel aus roten Ziegeln. Er wurde Mitte des 15. Jahrhunderts fertiggestellt. Im Jahr 2006 wurde er durch ein verheerendes Feuer teilweise zerstört, aber wieder aufgebaut.

Diesmal sind wir nicht die Einzigen, die hier bummeln. Sowohl Einheimische als auch Touristen sind heute unterwegs.
Nach Helsinki sind es nun nur noch 50 Kilometer und wir wollen der finnischen Hauptstadt einen zweiten Besuch abstatten, um uns noch ein paar Sehenswürdigkeiten anzuschauen, die wir letztes Mal versäumt haben und um am Abend lecker essen zu gehen.
Wir steuern denselben Parkplatz an, der uns vor vier Wochen schon so gut gefallen hat, stellen den Bus ab und steigen um auf die Räder. Als erstes fahren wir zur Felsenkirche.
Die außergewöhnliche Kirche wurde 1969 in den Felsen gehauen und von den Brüdern Timo und Tuomo Suomalainen im Stil des Expressionismus entworfen.
Von Außen macht sie einen eher unspektakulären Eindruck. Ein kurzer dunkler Gang führt uns in den eigentlichen Kirchenraum, dessen Wände aus dem nackten Fels bestehen.

Dennoch ist die Kirche im Inneren um einiges heller, als man es von den meisten Kirchen gewohnt ist. 180 lange schmale Fenster, die zur Kuppel führen, sorgen für viel Tageslicht. Die nackten Felsen strahlen mit der aus poliertem Kupfer gefertigten Decke und den goldschimmernden Orgelpfeifen um die Wette. Leise Klaviermusik begleitet uns bei unserem Rundgang.


Draußen kann man noch auf den Felsen klettern und der Kirche aufs Dach schauen. Das machen nicht nur die Kirchenbesucher sondern auch die Leute aus der Nachbarschaft, junge wie alte.

Dem bedeutenden finnischen Komponisten Sibelius ist in Helsinki nicht nur ein Park sondern auch ein Kunstwerk gewidmet. Es ist die Skulptur der finnischen Künstlerin Eila Hiltunen mit dem Titel Passio Musicae, die am 7. September 1967 enthüllt wurde. Das Monument besteht aus einer Reihe von mehr als 600 hohlen Stahlrohren, die wellenförmig miteinander verschweißt sind. Jedes ist zudem anders verziert. Ziel der Künstlerin war es, die Essenz der Musik von Sibelius einzufangen.

Für halb sieben haben wir einen Tisch fürs Abendessen im Kostan Mölja reserviert. Hier gibt es das karelische Buffet, nach dem wir in Karelien vergeblich gesucht haben. Zur Vorspeise werden u. a. verschiedene marinierte Heringe, Piroggen und Pickles angeboten. Als Hauptspeisen Renhack, karelisches Stew und Vorschmack, ein Gemisch aus gedünsteten Zwiebeln, Hackfleisch und Fisch. Alle Hauptspeisen sind kräftig gewürzt, Lorbeer und Nelken reichlich vertreten. Wasser und hausgebrautes 1%iges Ale sind im Preis von 38 Euro inkludiert.

Wir freuen uns, dass wir diese landestypischen Speisen nun doch noch probieren konnten und radeln beschwingt durchs nächtliche Helsinki zurück zu unserem Bus.

