Jetzt aber: auf Åland

Es ist das erste Mal, dass wir auf dieser Reise einen Sonnenaufgang erleben. In Finnland ging die Sonne gegen sieben auf. Da lagen wir immer noch im Bett. Jetzt sind wir so weit westlich, dass die Sonne erst gegen acht aufgeht.

Heute stehen wir gleich auf, als wir wach werden, denn um 9.20 Uhr geht unsere Fähre. Wir absolvieren dieselbe Prozedur wie gestern: wir fahren zum Fährhafen und frühstücken dort. Das Schiff kommt um 9.18 Uhr… und fährt vorbei!

Wir steigen aus, winken, doch das Boot ist schon hinter der nächsten kleinen Insel verschwunden. Ungläubig schauen wir uns an. Dann schauen wir uns nochmal die Tafel mit den Abfahrtszeiten an und lesen jetzt: „Med Förbeställning“, äh, ja, heißt wohl mit Vorbestellung. Wer lesen (und Schwedisch) kann, ist klar im Vorteil. Wo man vorbestellen könnte, wird allerdings nicht verraten.

Auf unserer Radtour gestern hatten wir entdeckt, dass es hier auf Överö noch einen zweiten Hafen gibt. Fahren wir doch mal dorthin und checken die Lage. Ja! Hier geht ein Schiff auf die Hauptinsel und zwar schon in 20 Minuten. Nehmen wir.

Und diesmal klappt es. Das Schiff kommt, wir dürfen an Bord und eine halbe Stunde später sind wir auf der Hauptinsel Åland.

Åland gehört zu Finnland. Es ist eine autonome, entmilitarisierte Region genau in der Mitte zwischen Finnland und Schweden, hat sein eigenes Steuersystem, seine eigenen Briefmarken, seine eigene Flagge – und die Amtssprache ist Schwedisch. Die einzige Stadt der Inselgruppe wurde 1861 von Zar Alexander II. gegründet, der ihr auch ihren Namen gab: Mariehamn – nach seiner Frau, Prinzessin Marie von Hessen. Zwar hat Mariehamn nur 11 000 Einwohner, aber jedes Jahr kommen bis zu 1,5 Millionen Touristen hierher.

Als Inselhauptstadt hat der Ort natürlich maritimes Flair.

Åland hat ein eigenes Parlament, das in diesem funktionalen Zweckbau untergebracht ist.

Es gibt hübsche Holzhäuser, auffällig viele Bäume in der Stadt und wir können uns gut vorstellen, dass die Kneipen und Restaurants in der Saison bestens besucht sind.

Nach einem zweistündigen Besichtigungsgang sind wir erstmal fußlahm und brauchen einen Kaffee. Dann verlassen wir die Stadt, um uns einen ruhigen Platz für den Abend und die Nacht zu suchen.

Den finden wir auf einem Hügel, neben einer alten Befestigungsanlage, Meerblick inklusive. Sollte uns heute Nacht jemand was tun wollen, wissen wir uns zu wehren 😊.

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