Auch die zweite Nacht unserer Reise verbringen wir im Flugzeug. Sie ist kurz. Der Flug von Muscat nach Bangkok dauert nur fünf Stunden. Lange genug, um den Film von gestern zu Ende zu schauen, um Mitternacht orientalisch gewürztes Hühnchen zu essen und drei Stunden Schlaf zu ergattern.

Vor dem Bangkoker Flughafen warten wir mit anderen Rucksackreisenden gemischten Alters auf den Bus und gewöhnen uns schon mal an die hochsommerlichen Temperaturen. Es ist sieben Uhr und das Thermometer zeigt 25 Grad. Ich kann nicht behaupten, dass ich mich im Moment nach den winterlichen Temperaturen daheim sehne.
Über die Stadtautobahn rauschen wir ins Zentrum.

Obwohl es erst halb neun ist, dürfen wir bereits unser Zimmer im Hotel beziehen. Her mit der Dusche und ab zum Frühstück! Hm, gar nicht so einfach in unserem Viertel. Hier gibt es viele kleine Läden, in denen Handwerker und Händler arbeiten und Dienstleistungen aller Art anbieten.
Cafés finden wir zwei. Hier werden zwar stylische Cappucini aber keine Frühstücke zubereitet. Wir entdecken eine Garküche, fragen, ob sie Spiegeleier zubereiten können? Yes. Ob sie vielleicht Brot dazu anbieten können? No, rice! No. Ach, dann einfach vegetables dazu. Ob diese Frühstückskreation einen Namen hat, wissen wir nicht. Aber sie schmeckte schon mal irgendwie nach Fremde. Welcome to Thailand!

Jetzt aber erstmal ins Bett! Schlafen am Strand, ein Nickerchen im Flughafen und Dösen im Flugzeug ersetzen keine anständige Nachtruhe.
Zwei Stunden später fühlen wir uns wieder einigermaßen fit und ziehen los, um die Stadt zu erkunden. Was müssen wir mitnehmen? Eine Jacke jedenfalls nicht. Wir haben mittlerweile 32 Grad.
Von hier bis zu den Top-Sehenswürdigkeiten sind es knapp drei Kilometer. Also los.
Schon ein paar Straßen weiter entdeckt Achim mit scharfem Blick, dass da drüben auf dem Tempel Leute rumlaufen. Wir queren eine Straße und betreten das Gelände unseres ersten Wat, wie hier die buddhistischen Tempelkomplexe heißen, und dürfen, nachdem wir die Schuhe ausgezogen haben, über eine staubige Holztreppe hoch aufs Dach mit einem 360 Grad-Blick auf die Stadt.

Wat Dephtidaram Woravihara heißt unser Zufallsfund.
Der nächste liegt gleich um die Ecke. Linkerhand entdecken wir das Ratchadamnoen Contemporary Art Center. Noch bis März werden hier die Bilder zeitgenössischer MalerInnen in der Ausstellung 15th UOB Painting of the Year Competition gezeigt. Mit diesem Wettbewerb werden regelmäßig junge Talente gefördert. Der Eintritt ist frei und wir wollen die Bilder sehen. Thematisch ist alles dabei, Corona und die Folgen, die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte oder wie hier auf einem der Siegerbilder, die raschen Veränderungen unserer Welt und ihre Auswirkungen auf die Menschen. Themen, die einen beschäftigen, egal, wo man lebt.

Inhaltlich passend kommen wir am Denkmal für Demokratie vorbei, 1939 von Generalmajor Phibun in Auftrag gegeben, um an die Revolution von 1932 zu erinnern, die zur Einführung der konstitutionellen Monarchie führte. Phibun schwebte ein neues, westlich orientiertes Bangkok vor, mit dem Denkmal als Zentrum.

Langsam wird das Licht fahler, bald gehen die ersten Lampen an. Auf dem Weg zum Sundowner bekommen wir – von außen – einen Vorgeschmack auf den Königspalast und den Wat Pho, die wir uns morgen anschauen wollen.


Zwei Singha-Bier und diese Aussicht auf den Wat Arun, eines der Wahrzeichen Bangkoks… mehr brauchen wir heute Abend nicht, um glücklich zu sein.

Stimmt nicht ganz. Etwas zu essen wäre auch noch recht. Die Bananenpfannkuchen werden am Straßenrand zubereitet.

Knusprige Nudeln mit Schweinefleisch in Soyasauce gibt es in der Garküche nebenan.

Zurück ins Hotel sind es über zwei Kilometer. Wir sind müde und die Füße tun uns weh, also ab ins Tuktuk. Wir freuen uns auf unser Bett.

.
