
Singend und lächelnd bieten die Frauen im Zug ihre Waren an. Wir haben für die fünfstündige Fahrt Richtung Norden keinen Reiseproviant eingepackt und können uns jetzt durchprobieren. Zuerst gibt es Pad Thai. Keine Ahnung, was außer Nudeln drin ist. Ich schmecke Fischsauce, sehe Sojabohnen und vermute Ei.

Dann kommt ein Mann mit Softdrinks in einem Eimer voller gecrashtem Eis vorbei und wir kaufen ihm eine Cola ab. Der Nescafé seiner Kollegin ist ebenfalls lecker, aber den Spitzenplatz der vormittäglichen Leckereien belegen die frischen Erdnüsse, die wir zum ersten Mal in unserem Leben essen. Innen sind die Hülsen noch ganz feucht, die Nüsse sind weich und schmecken leicht salzig.

Rechts von uns ist eine Ausbuchtung für zwei Waschbecken, in der die Händlerinnen ihre Ware deponieren. Es scheint einen Einheitspreis zu geben. Egal, was wir kaufen, wir zahlen 20 Baht, etwa 60 Cent.

Nur die Schokoladenkekse für Achim sind teurer. Die Packung kostet einen Euro. Schnell mal probieren. Och, na ja.

Die Händlerinnen fahren ein paar Stationen mit, dann steigen sie aus und die nächsten steigen ein. So ist für reichlich Abwechslung gesorgt.
Draußen zieht derweil die Landschaft an uns vorbei, Felder, oftmals Reis, kleine und größere Orte, Tempel, in der Ferne sehen wir einen riesigen goldenen Buddha, zu weit weg als dass ich ihn fotografieren könnte.




Wir fahren wieder dritter Klasse, die einzige, die es in diesem Zug gibt. Wenn es heiß wäre, könnte man die Fenster öffnen und die Ventilatoren anstellen. Heute haben wir aber nur 26 Grad und der Wagon ist noch angenehm kühl, obwohl alle Fenster zu sind.

Überhaupt mal ein paar Worte zum Thema Wetter: Bisher schien jeden Tag die Sonne und das Thermometer kletterte nicht über 30 Grad. Bei einer niedrigen Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent ist das hervorragend auszuhalten.

Auch die thailändische Bahn ist nicht immer pünktlich und wir erreichen unseren Umsteigebahnhof Phitsanulok um 14 Uhr mit einer kleinen Viertelstunde Verspätung.
Hier müssen wir in den Bus nach Sukothai, unsere nächste Königsstadt, die wir morgen erkunden wollen, umsteigen. Aber zuerst gilt es herauszufinden, wo der Bus denn abfährt. „Busterminal 2. Take Tuktuk!“, ist die Antwort des Bahnbeamten.

Die Tuktukfahrerin winkt, 60 Baht, okay. Fix düst sie einhändig durch den Großstadtverkehr, die andere Hand braucht sie zum Telefonieren.
Am Busbahnhof angekommen laufen wir einer uniformierten Frau in die Arme, die uns sogleich unter ihre Fittiche nimmt. Im Handumdrehen sind wir im Besitz von zwei Fahrkarten und der Information, dass der Bus in zehn Minuten von der Plattform 10 startet. Zeit genug, einen Kaffee zu trinken und aufs Clo zu gehen. Das ist wirklich entspanntes Reisen. Wir sind mal wieder hin und weg.
Nach eineinhalb Stunden hält der Bus in Old Sukothai und mit einem deutlichen „Jou“ (so ein norddeutsch gedachtes Ja) werden wir als einzige Touristen zum Aussteigen aufgefordert. Bis zu unserem Hotel sind es zum Glück nur ein paar Gehminuten.

Vor dem Abendessen erkunden wir noch die nähere Umgebung, genießen und freuen uns über jetzt und auf morgen.





