Auf sanften Kurven durch den Dschungel

Lange hält sich der Morgennebel. Als ich um sieben aufwache, ist der Himmel grau und das Thermometer zeigt 17 Grad.

Erst um 10 Uhr schafft es die Sonne und rasch sind 22 Grad erreicht.

Heute ist unser zweiter Tag auf dem Mae Hong Son – Loop, eine 700 Kilometer lange Strecke durch die Bergwelt im Norden Thailands.

Da wir gestern Abend schon mitbekommen haben, dass es keine Cafés, die auf ein westliches Frühstück hoffen lassen, in der Nähe gibt, holen wir uns eingeschweißte Schokocroissants, Joghurt und Kaffee im 7/11-Supermarkt gleich nebenan und setzen uns damit auf die Veranda unserer Unterkunft.

Was ich zum ersten Mal sehe: einen Kaffeebeutel!

Es ist kurz vor Elf, als wir auf den Scooter steigen. Jede Etappe ist nur etwa 100 Kilometer lang, so dass wir genügend Zeit zum morgendlichen Trödeln haben.

Wir fahren auf einer Nebenstraße, die sich sanft durch das grüne Meer von Bäumen windet. Dieses langsame Gleiten durch den Monsunwald bei  immer wieder allerschönsten Ausblicken macht uns beiden großen Spaß.

Um das erste Spa-Angebot auf der heutigen Route zu nützen, ist es noch zu früh. Wir haben gerade erst geduscht und sind zu faul, uns schon wieder auszuziehen, um uns in die Badebecken des Quelltopfs zu setzen. Drei Frauen winken uns herbei, aber wir winken ab.

Stattdessen schauen wir uns mal wieder einen Tempel an. Da muss man nur die Schuhe ausziehen.

Das Mittagessen müssen wir uns heute schwer verdienen: Wir wollen bei einem anderen Tempel auf unserer Strecke ein Picknick machen. Dafür laufen wir zehn Minuten den Berg – und 366 Stufen (Achim hat sie gezählt) hoch.

Die Sonne steht jetzt senkrecht über uns, es hat an die 30 Grad, so dass wir die Besichtigung kurz halten und uns zum Picknick ein schattiges Plätzchen suchen.

Wir haben (außer Supermarktsandwiches) eine feine Auswahl hiesiger Früchte dabei: die hübsche pinkfarbene Drachenfrucht, die wir aufschneiden und deren weißes Fruchtfleisch mit den schwarzen kleinen Kernen auslöffeln. Erdbeeren aus der Region, deren Felder wir gestern und heute immer wieder gesehen haben. Und die leicht nach Karamell schmeckenden Saponillas, in die man einfach reinbeißen kann. Man muss nur auf die beiden hübschen Kerne im Innern achten.

Fehlt noch der Kaffee, den es ein paar Kilometer weiter mit Mega-Aussicht gibt.

Immer wieder halten wir am Nachmittag an, um die Landschaft zu bewundern. Ab und zu passieren wir ein Dorf, immer mal wieder gibt es Streckenabschnitte, auf denen wir Obst-und Gemüsefelder sehen. Einmal hat eine Gärtnerei einen Blumenpark angelegt.

Im letzten Abendlicht laufen wir durch den Wald zu kleinen Stromschnellen, kraxeln über schmale Bambusstege und balancieren über Steine. Hab ich’s nicht gesagt: Diese Reise verjüngt uns um zehn Jahre. 🤣

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