Wildromantisch: Mae Hong Son

Am Morgen machen wir so weiter wie wir gestern aufgehört haben: Kraxeln an einem Wasserfall. Wir sind zur Trockenzeit hier und können gut durchs Flussbett balancieren. In der Regenzeit ist der Wasserfall sicherlich üppiger und der Fluss, in den er sich ergießt, reißender, so dass wir hier nicht gehen und stehen könnten.

Unsere heutige Route nach Mae Hong Son, der Ort dessen Name der Loop trägt, ist nur 70 Kilometer lang. Wie auch die Tage zuvor ist wenig Verkehr und die Straße in hervorragendem Zustand.

An einem Aussichtspunkt mit Bergblick treffen wir einmal mehr Ina und Jens aus Aachen. Wir haben uns vorgestern Abend beim Essen kennengelernt und laufen uns seither ständig über den Weg. Das ist schön, denn die beiden sind sehr sympathisch.

Und so nett, ein schönes Foto von uns zu machen.

Wenige Kilometer später empfängt uns die Provinzhauptstadt Mae Hong Son mit einem wuchtigen Stadttor.

Wir sind jetzt ganz in der Nähe von Myanmar. Durch die geografische Lage war Mae Hong Son lange Zeit eine der abgelegensten Provinzen Thailands und nur schwer zugänglich. Irgendwo habe ich gelesen, dass es eine Zeitlang sogar als „Sibirien Thailands“ bezeichnet wurde, da unliebsame Beamte hierher abgeschoben wurden.

Eine andere Geschichte erzählt, dass der König Elefantenjäger in diese Gegend schickte. Die eingefangen Elefanten wurden hier in Mae Hong Son dressiert und dann in die Hauptstadt verlegt.

Der Ort ist komplett von Bergen umgeben, die in etwa 1000 Meter hoch sind, bewaldet und ihn in mehreren parallel verlaufenden Ketten umschließen.

Sehr schön kann man dies vom Hausberg Doi Kongmu sehen. Natürlich ist er von mehreren Tempeln gekrönt und bietet zugleich einen fantastischen Blick runter auf die Stadt.

Zur Zeit des Sonnenuntergangs bilden sich die Konturen der Berge heraus und es liegt bereits  der typische Abendnebel in der Luft.

Mitten in der Stadt liegt der See Chong Kham. Besonders malerisch soll es sein, wenn sich die Lichter des Wat Chong Kham in ihm spiegeln. Ob wir das einfangen können?

Ja, können wir und ja, es ist sehr romantisch hier. Was der Romantik vielleicht ein wenig abträglich ist, ist die Musik, mit der die Szenerie beschallt wird: „Oh, Donau so blau“. Unfassbar. Aber vielleicht doch romantisch? Definitiv kitschig schön wird es dann zu den Klängen von Titanic. Da tun wir mal ein Bier drauf. Und leckeres Essen vom Nachtmarkt. Wir holen uns ein paar Kleinigkeiten von den verschiedenen Ständen und setzen uns an ein niedriges Tischchen am Ufer. Ohne Stuhl und ohne Schuhe. Ob wir da jemals wieder hochkommen?

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