Unser Hotel liegt an einem Flüsschen und beim Morgenspaziergang entdecke ich, dass eine Hängebrücke aus Bambus hinüberführt. Da fühle ich mich ja gleich wie in Nepal.

Noch vor dem Frühstück machen wir einen Ausflug zu einem Aussichtspunkt. Die paar Kurven und Kehren machen den Kohl auch nicht mehr fett. Der Kaffee ist richtig lecker, Eier braten wollen die Damen uns aber leider nicht.


Dafür müssen wir wieder runterfahren und werden mit einem gigantischen Club-Sandwich belohnt.

Die Nam Lod Cave ist eine riesige Tropfsteinhöhle, die sich in drei Hallen aufteilt. Man kann dort nicht alleine durchlaufen, sondern muss sich am Eingang einen Führer nehmen und entscheiden, wieviele der Hallen man sehen will.
Wir wählen das komplette Programm, denn um in die dritte Höhle zu kommen, darf man Boot fahren. Das klingt spannend. Kaum haben wir die Eintrittskarten gekauft, steht eine Frau mit Petroleumlampe neben uns und stellt sich als unsere Führerin vor.

Wir laufen gemeinsam zum Eingang der Höhle, sie zündet die Lampe an und wir dringen vor in die wirklich dunkle und riesige Höhle. Sie ist bis zu 20 Meter hoch und man kann ganz viele Stalagmiten und Stalaktiten bewundern, die teilweise sehr ausgefallene Figuren gebildet haben. Elefanten, Frösche, Krokodile und so weiter. Was diese Höhle für uns besonders macht, ist ihre Unverfälschtheit. Es gibt kein künstliches Licht, nur die Lampen der guides, Treppen, die in schwindelerregende Höhen führen, sind aus Holz gebaut, die Bambusflöße werden vom Bootsmann den Fluss hinunter gestakt. Die Dimensionen sind gewaltig. Ich glaube, drei Kathedralen passen da locker rein.



Ich hatte ein bisschen Respekt vor dieser Tour, vor der Dunkelheit, vielleicht würde ich Beklemmungen bekommen, mich eingesperrt fühlen. Nichts davon trat ein. Es hat einfach ganz viel Spaß gemacht.

Weiter geht die Fahrt mit unserem Scooter, bergauf, bergab, immer umgeben vom tiefen Grün des Urwaldes, durch den wir schon seit Tagen fahren.



Unser Tagesziel Pai erreichen wir gegen fünf am Nachmittag. Wir checken ein, parken den Scooter im Abstellraum des Hotels, das direkt an der walking street liegt, der Straße, die nachts zur Fußgängerzone mit Nachtmarkt wird. Deshalb gibt es keinen außenliegenden Parkplatz.
Zum Sonnenuntergang fahren wir zum Big Buddha, der auf einem Hügel außerhalb der Stadt thront. Natürlich sind wir nicht die Einzigen, die diese Idee haben. Auf der breiten Treppe hinauf zum Buddha ist aber Platz genug.



Danach parken wir den Scooter wieder im Hotel und bummeln über den Nachtmarkt. Weit kommen wir nicht, da treffen wir Ina und Jens, mit denen wir vom ersten Loop-Tag an ungeplante, häufige und schöne Treffen haben. Wir plaudern ein wenig, dann gehen die beiden ins Hotel und wir suchen eine Kneipe, um erstmal ein Bier zu trinken.

Kaum haben wir die ersten Schlucke getrunken, laufen Karin und Dieter, die wir auf dem Bahnhof in Ayutthaya kennengelernt haben, an uns vorbei. Sie setzen sich zu uns und schon ist die beste Reiseerlebnisaustauschrunde zugange.

Darüber wird es so spät, dass wir gar nicht zum Buchen unseres Hotels in Chiang Mai kommen. Als wir endlich die Zeit dazu finden, stellt sich raus, dass das Hotel, in dem wir die Hälfte unseres Gepäcks deponiert haben, morgen ausgebucht ist. Wir schreiben hoffnungsfroh eine Mail und gehen erstmal schlafen, es wird sich schon was finden.
