An den Mekong

Es war die ganze Nacht windig und als wir um 6.30 Uhr vor die Tür unseres kleinen Bungalows treten, windet es immer noch, graue Wolken sind am Himmel und es hat nur 13 Grad. Irgendwo habe ich gestern gelesen, dass ein Tief über China kalte Luft nach Thailand bringt. Bei angesagten Höchsttemperaturen von 25 Grad in unserer Gegend ist mir das doch recht.

Graue Wolken am Morgenhimmel

Wir gehen zur Bushaltestelle im Ort und sind gespannt, ob alles so klappt, wie wir uns das ausgedacht haben: mit dem Bus 40 Kilometer nach Loei im Osten von uns und dann mit einem der Songthaews 50 Kilometer nach Norden an den Mekong. Chiang Khan heißt unser Ziel heute.

Der Betreiber unseres Hotels hatte gesagt, dass der Bus nach Loei einmal am Tag um 7.30 Uhr führe. Eine junge Frau, die ich im Supermarkt vorsichtshalber nochmal gefragt hatte, meinte, um Sieben. Also gehen wir rechtzeitig los und warten mal ab, was passiert. Immerhin haben uns zwei Leute, die uns hier beobachtet haben, schon gefragt, wo wir hinwollen und zustimmend genickt, als wir ihnen geantwortet haben. „Halb acht“, sind sie sich einig. Um kurz vor halb gesellen sich noch weitere Wartende zu uns.

An der Bushaltestelle in Phu Ruea

Der Bus kommt um 7.40 Uhr. Oh, mit diesem Typ sind wir noch gar nicht unterwegs gewesen. Luftige Angelegenheit. Da wären ein paar Grad mehr doch recht.

Unser Bus nach Loei

Ganz schön kalt

Wir tuckern so mit 30 kmh vor uns hin. Das kann dauern. Ich ziehe nach und nach meine wärmeren Kleidungsstücke an. Im nächsten Ort steigen zwei Frauen mit reichlich Gepäck dazu, vor allem Gemüse und Besen. Ob sie zum Markt wollen?

Marktfrauen an Bord

Nach knapp eineinhalb Stunden sind wir in Loei, zahlen für die Fahrt pro Person 80 Baht, soviel wie für eine große Flasche Bier. Unser Busfahrer sorgt für reibungslosen Transfer: Er hält neben seinem Kollegen, der nach Chiang Khan fährt, wir steigen um und weiter geht es. Da bleibt noch nicht mal Zeit für einen Kaffee oder einen Happen zum Frühstück.

Im Bus nach Chiang Khan

Das holen wir nach, als wir nach wiederum eineinhalb Stunden um 11 Uhr in Chiang Khan ankommen. Wir werden da abgesetzt, wo die Busse nach Loei abfahren und zahlen diesmal nur 40 Baht pro Person, also circa 1,20 Euro. Auch interessant, dass diese Fahrt, die sogar etwas weiter war als die vorige, nur die Hälfte kostet.

Hier gibt es eine Straßenküche, ohne Kaffee, mit Nudelsuppe. Die heiße Suppe tut nach der doch recht kühlen Fahrt sehr gut.

Nudelsuppe in Chiang Khan

Dann rufe ich, wie vereinbart, in unserem Hotel an, um uns abholen zu lassen. Meine Gesprächspartnerin kann gut Englisch, aber sicherheitshalber gebe ich mein Telefon dem Nudelsuppenmacher, damit er ihr erklärt, wo wir genau sind. Das klappt super, nach zehn Minuten ist der Fahrer da und weitere zehn Minuten später können wir einchecken.

Kurz aufs Zimmer, die warmen Sachen ausziehen und ab an den Mae Nam Khong, wie der Mekong hier genannt wird. Er ist über 4000 Kilometer lang und damit der zwölftgrößte Fluss der Erde, quert sechs Länder, entspringt in Tibet und mündet in Vietnam ins südchinesische Meer. Und jetzt stehen wir hier und staunen, dass wir hier sind.

Der Mekong bei Chiang Khan

Im Hotel gibt es kostenlose Leihfahrräder, mit denen wir Richtung Zentrum radeln – und werden überrascht von einer sechs Kilometer langen Flusspromenade samt Fahrradspur. Auf der radeln wir gemütlich dahin, direkt am Wasser, auf der anderen Seite des Flusses stets Laos im Blick.

Links Laos, rechts Achim

Hier ist Laos gegenüber

Wir entdecken ein Ausflugsschiff, das eine eineinhalbstündige Flussfahrt zum Sonnenuntergang anbietet. Geht’s noch romantischer? Machen wir.

Sonnenuntergangsfahrt auf dem Mekong

Zurück im Hotel erfährt unsere beste Laune erstmal einen kleinen Dämpfer. Wir sind von unserem Reiseführer hergelockt worden, der schrieb: „Die Straße von Chiang Khan nach Nong Khai folgt fast die ganze Strecke über dem Lauf des Mekong und dieses ist einer der schönsten Trips, den man sich in Thailand gönnen kann.“

Dafür nimmt man den Morgenbus. Im Hotel aber heißt es, diesen Bus gibt es nicht. Man kann, wenn überhaupt, nur mit einem Privatwagen dorthin fahren und der koste umgerechnet 100 Euro. Pah, das ist mal ne Summe. Da müssen wir nun erstmal drüber nachdenken und morgen im Ort selbst nochmal recherchieren.

Was aber gut funktioniert: Achim leiht im Ort einen Scooter für morgen aus, denn wir haben hier in Chiang Khan noch einiges vor.

Unser Scooter für ein oder zwei Tage

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