
Wir wünschen „Frohe Ostern!“ aus dem kleinen Bergdorf Verucchio, ganz in der Nähe von San Marino.

Ohne Aussicht aber mit vielen Leckereien beginnt unser Ostersonntag bei frischen 13 Grad. Davon lassen wir uns nicht einschüchtern und decken die Frühstückstafel im Freien.


Dabei sorgen wir ein wenig für Aufsehen: nicht nur die sehr zahlreichen Radler winken uns zu, eine Autofahrerin legt sogar den Rückwärtsgang ein, lässt das Fenster runter und ruft uns zu: „Buona Pasqua! Frohe Ostern!“
Nach dem Frühstück gehen wir ins Dorf. Die Kirche ist voll, einige Touristen wandern wie wir zur Burg hoch (Eigenwerbung: „Eine der schönsten des Landes“).



Zurück bei den Bussen geben wir unser nächstes Ziel, Castelsantangelo in den Marken, ins Navi ein. Durch die Berge auf kleinen Straßen sind es 200 Kilometer und dreieinhalb Stunden Fahrtzeit. Auch hier waren wir vor drei Jahren schon und haben zwei schöne Abende im Ristorante Dal Navigante verbracht. Was haben wir uns gefreut, dass wir für einen Liter leckeren Hauswein vier Euro bezahlt haben. Und dass wir von Anfang an von Vater und Sohn herzlichst betreut wurden. Und sie uns mit Leckereien zum Probieren verwöhnt haben. Wir sind so gespannt, wie es heute Abend sein wird. Ein Tisch für uns vier ist reserviert.

Vorher will aber noch das Osterlamm geschlachtet werden. Auf unserer Strecke gibt es keine Parkplätze und keine Picknickpläzte. Aber in einem Dorf kommen wir an einem Spielplatz mit Holztisch und Bänken vorbei, die Parkplätze sind gleich daneben. Ich koche Kaffee und für die, die nicht fahren, hat Doro ein Glas Hopfensecco. Ha, ich bin gerade über zwei Stunden durch die Berge gekurvt und darf jetzt trinken.

Am frühen Abend sind wir am Ziel, frönen noch ausgiebig den Lieblingsbeschäftigungen der Wohnmobilisten (Strom anschließen um mein E-Bike aufzuladen, frisches Wasser fassen, Clo leeren). Um halb acht gehen wir ins El Navigante. Wie schön ist es festzustellen, dass es noch Konstanten im Leben gibt: der Service ist nach wie vor herzlich und aufmerksam, das Essen ist genau so lecker wie beim letzten Mal und der Wein kostet inzwischen 5,50 Euro, da ist er binnen drei Jahren mal gerade um die Inflationsrate teurer geworden. Schmecken tut er nach wie vor hervorragend. Salute!
