Wandertag

Wir haben die Wanderung auf den Monte Pagliano in guter Erinnerung. Heute wollen wir noch einmal hoch. 600 Höhenmeter liegen zwischen unserem Stellplatz in Castelsantangelo und dem Plateau des Berges.

Wir sind im Nationalpark Monte Sibillini, wo es 2016 ein schlimmes Erdbeben gab.

Am 24. August bebte in Mittelitalien die Erde. In den Marken und Umbrien kamen dabei 283 Menschen ums Leben.  Das Beben sorgte für Schäden in 140 Gemeinden, mehr als 80 000 Gebäude wurden zerstört, etliche Dörfer unbewohnbar, so auch Castelsantangelo. 41.000 Menschen wurden durch die Beben vor neun Jahren obdachlos. Viele leben heute in neu errichteten Siedlungen, die alten Dörfer, die so pittoresk an den Bergrücken lagen, können nicht wiederaufgebaut werden.

Auf unserer Wanderung kommen wir an einigen eingestürzten Häusern vorbei.

Dann geht es, wörtlich, über Stock und Stein nach oben. Knappe drei Stunden. Puh. Aber die Ausblicke und die vielen Frühlingsblumen machen das Gehen leicht(er): Gänseblümchen, Frühlingsenzian, Knabenkraut, Fingerkraut, Appenin-Windröschen, viele junge und alte knorrige Eichen. Dazu ruft der Kuckuck.

Kurz vor dem Gipfel habe ich letztes Mal für den Bruchteil einer Minute einen Hirsch, einen kapitalen, gesehen. Heute zeigt er sich leider nicht. Die Brotzeit schmeckt uns trotzdem.

Beim Abstieg zieht das angekündigte Gewitter auf, das Grummeln begleitet uns bis ins Tal. Donner, Blitz und Regen bleiben zum Glück im benachbarten Tal hängen.

Bei uns bleibt es trocken, so dass wir am Abend sogar ein sogenanntes High fire, ein Lagerfeuer auf Stelzen, in Gang setzen können.

Unter die Feuerschale kann man Racletteschälchen stellen und sich so durch den Abend schlemmen.

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