Zwischen Anfang Juni und Ende Juli ist im Bergdorf Castelluccio in den sibellinischen Bergen ein unvergessliches Erlebnis für alle Sinne möglich: Mohn, Kornblumen, Linsen, Narzissen, Enzian und viele andere wild wachsende Arten bilden ein wunderbares Mosaik aus farbenfroher Schönheit und berauschenden Düften. Dafür sind wir zu früh, aber wir sind vom Anblick der nackten gefälteten, teils noch mit Schnee bedeckten Berge dennoch beeindruckt.



Die feinste Linse Italiens kommt aus der Gegend von Castelluccio. Auch hier wurde das alte Dorf vom Erdbeben zerstört und neue Gebäude wurden errichtet. Ein Päckchen der leckeren Hülsenfrucht wandert natürlich in unsere Bordküche.

Wir queren nun die Hochebene Piano Grande. Das 30 Quadratkilometer große Wiesenplateau war in der letzten Eiszeit ein See, der später austrocknete. Die Ebene wird eingerahmt von den Monti Sibillini, einem Gebirgszug von 32 Gipfeln, der bis über 2500 Meter ansteigt und damit zu den höchsten des Apennins zählt.

Ein paar Kilometer später halten wir an, weil uns auf Maps ein Sentieri per tutti, ein Wanderweg für Alle, auffällt.

Hier wurde auf einer alten Straße ein drei Kilometer langer Panoramawanderweg angelegt, der für Jung und Alt, für Menschen im Kinderwagen und im Rollstuhl begeh-, bzw. befahrbar ist.


Bis Ascoli Piceno sind es von hier aus knappe 40 Kilometer. Schon während der kleinen Wanderung freue ich mich auf die dortige Spezialität, gefüllte frittierte Oliven, und dann ganz schnell auf einen leckeren Kaffee im Café Meletti.
Die Olive ascolani gibt es in der Tüte. Köstlich.


Das Jugendstilinterieur ist nach wie vor prächtig, Cappucini und Kuchen maximal durchschnittlich. Aber das Café ist (oder war?) eine Institution in der Stadt.
100 Kilometer kurvige Straße entlang des Gran Sasso-Massivs bringen uns zu unserem Tagesziel L’Aquila mitten im Nationalpark der Abruzzen. Eine Wildsau mit ewig vielen Jungen quert vor uns die Straße, in optimaler Entfernung: wir müssen nicht scharf bremsen, aber sie sind nah genug, um zu sehen, wie süß die Viecher sind.


Es ist schon fast neun, als wir in L’Aquila ankommen. Die Besichtigung verschieben wir auf morgen.
