
Der erste Blick am Morgen gilt natürlich unserem mächtigen Nachbarn. Wolkenfrei präsentiert er sich um halb sieben. Die Sonne ist schon aufgegangen, hat unser Plätzchen hier oben auf 1100 Meter aber noch nicht erreicht. Also Foto machen und nochmal ins Bett.

Irgendwann erheben wir uns vom besten aller Frühstücksplätze. Wir sind hin und weg von der Szenerie, nicht nur wegen des Blicks auf den Vulkan, auch die Lava um uns herum, der Ginster, die Kamille und die rosa blühende Wolfsmilch betören uns (kann man das heute noch so formulieren?).

Irgendwann am Vormittag brechen wir auf zu einer Wanderung am Nordhang des Vulkans. Sie beginnt am Rifugio Piano dei Grilli bei Bronte. Auf dem Weg dorthin fahren wir durch riesige Lavafelder.


Mehrere Camper und etliche PKW parken dort schon, aber wir finden auch noch einen Platz. Durch ein Meer von Blüten wandern wir auf den Ätna zu.


Dann schiebt sich ein Nebenkrater, der Monte Ruvolo, in Sicht, den wir umrunden werden.

Ein breiter Lavastrom liegt zu unserer Linken.


Wir entdecken eine Grotte, ein Paghiaru (das ist ein Unterstand für Forstarbeiter) und verschiedene kleine Opferstätten, mit denen wohl um Gnade vor dem mächtigen Vulkan gebeten wird.



Warum das letzte Drittel des Weges durch einen Steineichenwald führt, der fast wie ein Park wirkt, gibt uns Rätsel auf. Eine niedrige Mauer aus Lavasteinen säumt ihn über viele Kilometer, wir laufen auf feiner schwarzer Asche zwischen den Bäumen durch. Wer hat die Mauer wozu gebaut?

Nach 15 Kilometern sind wir mit qualmenden Füßen zurück am Bus, der Ätna hat die Vorstellung für heute beendet und den Vorhang zugezogen, Achim lässt die Drohne steigen – da sieht man ein wenig von unserer Camperidylle – dann lassen wir uns die Linguine Frutti di Mare aus der Bordküche unserer Freunde schmecken.

