Erstmal nach Bronte. Hier gibt es die grünen Diamanten, Pistazien. Angeblich die besten der Welt. Mehr als die Hälfte der Dorfbewohner lebt bereits seit Generationen vom Pistazienanbau. Die Ernte ist immer noch reine Handarbeit. Die Bronteser verfeinern Süßes und Salziges mit ihren Pistazien.
Soweit die (angelesene) Theorie. Nun die Praxis. Was gibt es zu kaufen? Was zu schmecken? Und wie schaut überhaupt ein Pistazienbaum aus?

Zu kaufen gibt es Vieles: verschiedene süße Crèmes als Brotaufstrich mit unterschiedlich intensiv gerösteten Pistazien, herzhafte Crèmes als Pesto für Nudelgerichte, Nougat und Schokolade mit Pistazien, Likör, Seife und im Geschäft nebenan Salami und Käse mit Pistazien. Überall dürfen wir kosten. So lecker. Weil das alles auch nicht wenig kostet, können wir leider nicht alles kaufen, aber Crèmes für die Bordküche und als Mitbringsel, Bonbons und Käse nehmen wir gern mit.

Ein paar Häuser weiter, in der Pasticceria, kaufen wir noch Kaffee und Pistazientorte für ihn und -törtchen für sie.

Auf der Fahrt ins nächste Dorf entdecken wir schließlich die Pistazienbäume. Auf alter Lava gedeihen hier die Nussbäume, die nur alle zwei Jahre ihre leckeren Nüsse liefern. Dieses Jahr im Oktober ist es wieder soweit: alle freuen sich auf die 2025er Ernte. Große Plantagen erstrecken sich beidseits der Straße bis zum Nachbarort Adrano.



In Adrano biegen wir links ab. Von 630 Metern schraubt sich eine kurvenreiche aber gute Straße auf 1900 Meter hoch. Von 24 Grad auf 11 Grad.




Hier oben sieht und spürt man schon die Gewalt des Vulkans.
Von der Station Rifugio Sapienza aus kann man mit der Seilbahn hoch auf 2500 Meter und noch weiter mit dem Allradbus auf 2900 Meter. Die immer noch fehlenden 500 Höhenmeter sind Alpinisten vorbehalten.

Das Wetter ist nicht gut genug und der Preis (52 Euro pro Person) gesalzen, so dass wir auf die Auffahrt verzichten. Lieber geht Achim auf den benachbarten Krater Silvestri superiori hoch, während wir drei anderen einmal gemütlich um den kleinen Krater Silvestri inferiori gehen.


Es ist nicht schlimm, dass man den eigentlichen Gipfel des Ätna von hier nicht sieht, denn zum einen haben wir ihn jetzt zwei Tage lang immer wieder in voller Pracht bewundern dürfen und zum anderen hat das aktuelle Wetter mit seinen tief fliegenden Wolken auch einen großen Reiz.

Zum Übernachten erscheint es allerdings etwas ungemütlich und wir fahren ein bisschen den Berg runter und suchen uns ein ruhiges windgeschütztes Plätzchen an einem Lavafeld, das noch zu einem Abendspaziergang lockt.

Dann ab in die Busse und langsam Abschied nehmen vom Ätna. Morgen erkunden wir neue Gebiete.

Und dann bekommen wir noch ein Abschiedsgeschenk vom Ätna: Als wir gegen 21 Uhr die Bustür öffnen, trauen wir unseren Augen nicht: der Vulkan lebt! Er schleudert glühende Masse in die Luft! Ein Ausbruch, dem wir von unserem Schlafplatz aus sicher zuschauen können. Unglaublich.


