Wir haben gestern noch nicht alles gesehen in Syrakus. Während der griechischen Herrschaft entstanden hier weitere meisterhafte Bauwerke: das Griechische Theater war zur damaligen Zeit das größte Amphitheater mit 15.000 Sitzplätzen und einem Durchmesser von 140 Metern. Es wurde im 5. Jahrhundert vor Christus errichtet und glänzte durch seine hervorragende Akustik.

„Das Theater ist aus einem einzigen Felsen in 80 jähriger Arbeit Reihe für Reihe mit Hammer und Meißel herausgearbeitet worden“, erzählt eine Führerin neben mir einem deutschen Paar. Nicht zu fassen.
Den Römern aber war die Bühne zu klein für ihre blutigen Gladiatorenkämpfe. Was tun? Na, ganz einfach, ein weiteres Theater bauen.

In den Latomien, den Steinbrüchen aus antiker Zeit haben wir Spaß mit dem Ohr des Dionysios: eine 60 Meter lange und 20 Meter hohe Höhle mit erstaunlicher Akustik. Klatschen, Stampfen Flüstern werden je nach Position als Echo oder laut übertragen. Von der Schulklasse über die jungen Pärchen bis hin zu den Senioren wird gepfiffen, gesungen, geklatscht.

Nicht nur vor Dionysos‘ Ohr, im gesamten archäologischen Park sind Skulpturen des polnischen Bildhauers Igor Mitoraj ausgestellt. Seit März 2024 bereichern 25 seiner großformatigen Skulpturen, die sich mit griechischer Mythologie beschäftigen, das gesamte Gelände.



Gegen Mittag kehren wir dem schönen Syrakus den Rücken zu und fahren die Küste entlang weiter nach Südwesten. Achim hatte auf maps einen Ort gesehen, zu dem er unbedingt wollte. Während wir in der Mittagshitze über Stock und Stein Richtung Meer balancieren, stöhne ich: „Wo Du mich immer hinführst!“
Als wir am Ziel sind, strahle ich: „Wo Du mich immer hinführst!“

Einen Elefanten im Meer sieht man nicht jeden Tag.

Zum Ausgleich führe ich meinen Liebsten später in den Waschsalon. Das ist nach mehr als vier Wochen mal dringend nötig. Gut ist, man hat ja Wartezeit im Waschsalon. Die wissen wir zu überbrücken und der Wirt heute weiß wirklich, wie Aperitif geht.

