Wir machen heute einen etwas größeren Sprung und fahren gute 150 Kilometer Richtung Westen. Unser Ziel ist Agrigent. Auf dem Weg dorthin queren wir hügelige, landwirtschaftlich genutzte Flächen mit vielen Treibhäusern und Plastikfolien. Lange Zeit war Sizilien die Kornkammer Italiens, heute machen Landflucht und der Klimawandel Probleme.

Die archäologischen Stätten von Agrigent sollen zu den eindrucksvollsten Fundplätzen auf Sizilien gehören. Es waren griechische Auswanderer im 6. Jh. v. Chr., die diese Stadt erbauten.

Die Tempel zeugen von der Größe, Macht und kulturellen Hochblüte der damaligen griechischen Stadt.
Der Concordiatempel, der zu den am besten erhaltenen Tempeln der griechischen Antike zählt, und die Überreste der anderen Tempel waren auch ein Grund dafür, dass die archäologischen Stätten von Agrigent ab der Mitte des 18. Jahrhunderts für viele an der antiken griechischen Kultur Interessierte zu einem festen Bestandteil einer Bildungsreise nach Süditalien wurden.

Auch Goethe schildert in seinem Werk „Italienische Reise“ seinen Besuch dieser Stätten. Er besuchte Agrigent vom 23. bis 27. April 1787 und schreibt: „Sizilien wäre einer Reise werth, wenn es auch nichts anders aufzuweisen hätte, als die Ruine des Concordientempels und die Gegend des alten Agrigent“.

Hier stoßen wir zu unserer Überraschung auf einen „alten Bekannten“, den polnischen Bildhauer Igor Mitoraj, dessen Werke wir schon in Syrakus bewundert haben.

Über den Herkulestempel schreibt Goethe: „Menschenhände verfertigten gewiß nie ein edeleres Werk“. Hm. Was ist denn mit dem Kölner Dom, Werken von Dürer oder, um in Italien zu bleiben, Michelangelos David?

Wie auch immer: schön ist es und als am Abend die Lichter angehen, wird es richtig romantisch. Das passt, denn heute vor 42 Jahren haben mein Liebster und ich uns kennengelernt. Auf dem Theaterfestival in München.

