Wir sind in Kempen am Niederrhein. Hier bin ich geboren und aufgewachsen. Achim fühlt sich hier wohl und schreibt…
Sechsunddreißig Jahre ist es nun her, dass Kempen am Niederrhein (fast) meine zweite Heimat geworden ist. Klar, die Liebe. Wir waren hier so oft zu Besuch – ich kenn mich hier aus wie in meiner Westentasche 🙄 Nach sechs Jahren sind wir wieder mal zu Besuch. Hat sich viel verändert? Nein. Wir gehen durch die […]
Das Hohe Venn steht schon lange auf unserer Liste. Heute fahren wir hin, denn es ist nur noch 60 Kilometer von uns entfernt. Es ist eine 600 km² große, schildförmig gewölbte Hochfläche zwischen Deutschland und Belgien, die sich nordwestlich an die Eifel anschließt. 133 km² liegen in Deutschland, der Rest in Belgien. Große Flächen sind als Hochmoor ausgebildet, wovon sich auch der Name ableitet: Venn für Moor.
Aber erstmal eine kleine Brotzeit zur Stärkung, denn es ist schon halb drei, als wir am Wanderparkplatz ankommen. Und es liegen immerhin 13 km vor uns.
Durchs Naturschutzgebiet wurden Holzstege verlegt, auf denen wir trockenen Fußes wandern können. Unter uns gurgelt ein Bächlein, rechts liegt ein Tümpel, die Vögel zwitschern.
Es sind nur wenige andere Wanderer unterwegs. Wir genießen die außergewöhnliche Landschaft, die durch Moose, Heidekraut, Wollgras und Moorbirken geprägt ist.
Dreieinhalb Stunden brauchen wir für den Rundweg, den wir auf der Website vom Eifelyeti entdeckt hatten.
Gegen 19 Uhr erreichen wir unseren Stellplatz in Monschau und machen uns nach dem Abendessen nochmal auf, das kleine Eifelstädtchen zu erkunden.
Sein historischer Kern ist durch Gässchen, die von alten Fachwerkhäusern mit Schieferdächern gesäumt werden, den Marktplatz und der rasch dahin fließenden Rur geprägt.
Es sind kaum Touristen hier, die meisten Lokale haben geschlossen und nachdem wir auf dem Markt unser Bier ausgetrunken haben, wird auch hier dicht gemacht.
Alles dreht sich heute um das Schalkenmehrener Maar. Vor rund 10500 Jahren ist das Maar nach einer Dampfexplosion entstanden und hat sich dann mit Wasser gefüllt. In nächster Nähe gibt es noch weitere Vulkankessel mit Maaren, das Weinfelder Maar und das Gemündener Maar. Die beiden liegen aber nicht in dem heute „erwanderten“Quadratkilometer. Ein Gipfelkreuz ohne […]
Heute lassen wir es langsam angehen. Nach einem ausgedehnten Frühstück legen wir ganze 60 Kilometer bis zum nächsten Campingplatz zurück. Wir fahren von der Mosel in die Eifel und stellen unser Wohnauto am Schalkenmehrener Maar, also an einem Vulkansee, auf.
Heute ist ja Sonntag, da gehört doch eine ordentliche Kaffeetafel dazu. Und zu unserem Campingplatz gehört ein Café mit interessanten Angeboten. Da gibt es beispielsweise die hiesige Spezialität Döppekooche, eine Art Kartoffelgratin.
Und die Eifelsteigtorte!
Achim, unser kleiner Nimmersatt, gibt sich dann noch die Vulkantorte.
Wir können alles im Café kaufen und vorm Bus mit Blick aufs Wasser genießen.
Dann ist aber Schluss mit dem Müßiggang, die Kalorien müssen auch wieder verbrannt werden, und wir machen uns auf zum Maare-Mosel-Radweg, 40 Kilometer hin, 40 zurück.
Er führt über eine stillgelegte Bahntrasse und auf dem ersten Teil der Strecke sieht man noch alte Bahnhöfe, Schranken und Signalanlagen.
Hier erhält der Lokführer Anweisungen fürs Schneeschippen: Schneepflugtafel. Pflugschar senken! Das habe ich auch noch nie gesehen.
Spannend ist einige Kilometer weiter auch ein riesiger „Schneeball“ aus Lava, der erst vor ein paar Jahren bei Bauarbeiten entdeckt wurde.
Wir passieren ein weiteres Maar, ein paar Spaziergänger und junge Blesshühner genießen die Stille des Ortes.
Schöne Aussichten auf ferne Weiten, Waldwege und Fahrten durch kleine Orte wechseln sich ab.
Spannend wird es gegen Ende der Strecke nochmal, als der Radweg durch einen 500 Meter langen Tunnel führt. Zum Glück gibt es eine gedämpfte Beleuchtung. Von den draußen auf einem Schild angekündigten Fledermäusen ist leider nichts zu sehen oder zu spüren.
Die letzten Kilometer zur Mosel RUNTER schenken wir uns. Wir wollen schließlich nicht zu viele Kalorien verbrennen. Außerdem fängt es an zu nieseln und ein gemütlicher Abend im Bus lockt.
Mit unserem Wohnauto stehen wir auf einem Moselcamping bei Burgen, ca 30 Kilometer von Koblenz entfernt. Die Mosel wollen wir uns mit dem Fahrrad erobern, ist ja alles flach hier. Als Ziel hatten wir den Weinort Bremm ausgeguckt. Die Strecke, so denken wir , ergibt sich ja von allein. Eine Strecke auf der Hunsrück-Seite, zurück […]
Stundenlang wetteifern heute zwei Ohrwürmer um meine Aufmerksamkeit. Der eine, der leichten Muße zugehörig, Lore, Leih mir Dein Herz und sei lieb zu mir, dann Lore leih ich Dir auch meins dafür. Ein ewig alter Karnevalsschlager, mit dem ich als gebürtige Rheinländerin groß geworden bin. Der andere Text gehört eher zur schweren Muse, stammt von Heinrich Heine und wurde uns schon in der Grundschule im Heimatkundeunterricht beigebracht.
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin. Ein Märchen aus uralten Zeiten, das geht mir nicht aus dem Sinn.
In beiden Fällen geht es um die Geschichte der Loreley, besser: die Geschichten, die Sagen, die sich um diesen Rheinfelsen bei St. Goar ranken.
Der Rhein ist hier nur 90 m breit, was etwa einem Drittel seiner normalen Breite entspricht. Entsprechend stark ist hier die Strömung. Eine zusätzliche Gefahr stellten früher die Felsenriffe im Wasser dar, so dass die Schiffe hier großen Gefahren ausgesetzt waren. Viele Schiffe versanken und viele Menschen mussten ihr Leben lassen.
So enstand die Sage von der wunderschönen blonden Jungfrau namens Loreley, die oben auf ihrem Schieferfelsen sitzt und die Blicke der Schiffer auf sich zieht, bis deren Schiffe an einem der Felsenriffe im Rhein zerschellen.
Vom Felsplateau aus, 125 m über dem Rhein, haben wir eine beeindruckende Aussicht hinunter auf den Fluss.
Wir wollen die Rheinseite wechseln, um wirklich einen Blick auf den Felsen zu bekommen. Unterwegs sehen wir noch die Burgen Katz und Maus und Rheinfels.
Im St. Goarer Ortsteil Biebernheim parken wir unser Wohnauto und gehen auf einer Anhöhe Richtung Rhein. Und siehe da! Von hier ist sie zu sehen, die Loreley, in voller Schönheit.
Dieser Felsen zählt weltweit zu den bekanntesten Plätzen Deutschlands und inspirierte nicht nur Brentano und Heine sondern auch zahlreiche andere Künstlerinnen und Künstler…
Auf der Internetseite unseres Campingplatzes Suleika gibt es eine schöne Luftaufnahme, meine Drohne muss im Naturschutzgebiet am Boden bleiben. Gestern sind wir oberhalb des Rheins marschiert, ab und zu mal einen Blick auf selbigen erhaschend. Vom höchsten Punkt, den ich erreicht habe, immerhin 444m hoch, war die Aussicht – wetterbedingt – ja, getrübt. Gestern bei […]
Gut, dass dies hier eine Einbahnstraße ist. Wäre es keine und jemand käme mir entgegen, würde ich stehen bleiben und mich nicht mehr vom Fleck rühren. Denn die Alternativen, den Bus gegen eine Felsmauer zu setzen oder mit ihm die Weinterrassen hinabzupurzeln und im Rhein zu landen, sind nicht wirklich erstrebenswert.
So aber schaffe ich die fünf Kilometer vom Rhein nach oben in die Weinberge zum Naturcamping „Suleika“ (Nein, ich habe nicht gefragt, woher der Namen kommt.) zwar etwas angespannt aber sonst ohne Probleme. Die erhofften Stellplätze mit Rheinblick sind leider alle besetzt, aber wir teilen uns eine große Terrasse mit nur einem anderen Camper, um uns herum alles grün und vielfältige Vogelstimmen.
Wir sind jetzt auf der anderen Rheinseite im Rheingau Nähe Rüdesheim. Kürzlich haben wir im Hessischen Rundfunk einen Beitrag über diese Gegend gesehen. So entstand der Wunsch, auf unserer Tour auch hierher zu kommen und ein wenig zu wandern. Achim sitzt schon an der Planung für unsere morgige Tour.
In der Früh erreichten wir mit dem Haus des Weines in Bockenheim das nördliche Ende der Pfälzer Weinstraße.
Wir statten noch dem kleinen Alzey mit seinen hübschen Brunnen einen kurzen Besuch ab und schippern dann mit der Fähre über den Rhein.
Weil wir vom Wohnauto aus, wie gesagt, keinen Rheinblick haben, machen wir gegen Abend noch einen kleinen Spaziergang, der uns nicht nur durch die wunderbare Aussicht sondern auch durch viele Kirschbäume mit zuckrigen Weichseln versüßt wird.
Komoot, eine App für Tourenplanungen, hat die folgende Tour für uns ausgearbeitet : Vorgaben waren nur unser Standort, Speyer und Mannheim und das Ganze bitte als Rundtour. Ok, das ist eine machbare Tour. Auf meinem Fahrradnavigationsgerät habe ich die Route mit mehr als 20 Punkten und unter Berücksichtigung der örtlichen Radrouten verfeinert und um 5 […]
In Deidesheim wird gegen den Tonfilm agitiert. Dieser ist kitschig und einseitig und ruiniert die Künstler, heißt es. „Fordert gute stumme Filme!“, lautet die Devise – im Deutschen Museum für Foto-, Film- und Fernsehtechnik. Wir entdecken es auf unserer Radtour rechts, links und entlang der Weinstraße. Das Museum präsentiert auf einer Ausstellungsfläche von 400 qm über 5 500 Exponate einer der umfangreichsten Sammlungen aus den Bereichen Film, Fotografie und Fernsehen von den Anfängen bis zur Gegenwart.
Manchmal passt das Timing, manchmal nicht. Heute Morgen zum Beispiel. Wir waren gerade 20 Minuten geradelt, noch satt von einem üppigen Frühstück, als wir an einem idyllisch gelegenen Forsthaus vorbeifahren, das mittlerweile ein Café ist. Schade, keine Kaffeelust, kein Appetit. Also weiter.
Schön die Weinberge, die hier gar keine Berge oder Hügel oder Hänge sondern Felder sind. Zu gern würde ich wissen, warum die Winzer immer so herrliche Rosenbüsche vor die Rebreihen setzen. Wir haben dies auch schon in anderen Weingegenden gesehen, es ist also keine lokale Spezialität.
Sehr wohl eine lokale Spezialität ist der Rivaner, den wir beim Winzerverein Deidesheim für heute Abend einkaufen.
Noch ist es aber erst früher Nachmittag und wir schauen uns auf unserer 55 km Route noch Bad Dürkheim und andere kleine Weindörfer an, die meist einen schönen alten Ortskern und etliche Weinhöfe haben.
Wir sind aber standhaft, kehren nirgendwo ein (Also in kein Weingut. Das Eis in Bad Dürkheim war köstlich), denn am Abend wollen wir zur Burg von Wachenheim oberhalb unseres Campingplatzes aufsteigen und dort den Rivaner und die Aussicht genießen. Und diesmal war das Timing ziemlich gut.