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Ich war noch nicht überall,aber es steht auf meiner Liste

An der Nordküste

Unser erster Abstecher am Vormittag führt uns zum nördlichsten Punkt Spaniens, der Punta da Estaca de Bares. Hier wird kein großes Aufhebens darum gemacht. Es gibt einen Parkplatz, einen Leuchtturm und einen schönen Stein, in den die Koordinaten geritzt wurden. Man erreicht ihn aber nur nach einer kleinen Kletterpartie, viele werden ihn also gar nicht sehen, ich auch nicht. Aber Achim war dort und hat ihn fotografiert.

Einen schönen Blick zurück auf unseren Übernachtungsplatz ein Kap weiter westlich hat man von hier.Ab jetzt ist die Schnauze unseres Busses Richtung Osten gewendet, also Richtung Heimat. Aber erstmal tingeln wir noch gemütlich an der Nordküste entlang. Es ist heute recht mild, aber grau und regnerisch, so dass wir einfach nur fahren.

Einen späten Mittagsimbiss nehmen wir in einer Fernfahrerkneipe ein. Es gibt riesige Bocadillos, also belegte Baguettes. Meins quillt über von köstlichen Calamares. Da ich den ersten Teil der heutigen Strecke gefahren bin, ist jetzt Achim dran, und ich darf eine Caña dazu trinken.

Den Abend verbringen wir in Cudillero, einem recht malerischen Fischerdorf an der asturischen Küste. Die Häuser sind in verschiedenen Farben gestrichen und ziehen sich bis zum Hafen hinunter. Viele haben ihre guten Zeiten schon hinter sich. Etliches verfällt, anderes wird zum Verkauf angeboten.

Eine Spezialität Asturiens ist der Cidre und die Kunst, ihn zu trinken. Dafür gibt es die Sidrerias, in denen der Apfelwein flaschenweise (2,80 Euro!) verkauft wird. Eingeschenkt wird er wie marrokanischer Minztee, die Flasche hoch über dem Kopf, das Glas ganz unten, damit es schön sprudelt.

Die Mutter aller spanischen Kaps

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Natürlich dauert es wieder einmal länger. Ausschlafen, lange frühstücken. Noch länger dauert es allerdings aus A Coruña und dem eng bebauten Umfeld heraus zu kommen.

Wir haben nur eine kurze Etappe vor uns und genießen das Fahren über die nordgalizischen Nebenstraßen , Küstennah, kurvig, gerne auch mal etwas steiler.

Das erste Highlight des Tages lassen wir links liegen, der am besten erhaltene Küstenwald Europas Parque Natural Fragas do Eume mit vielen Laubbäumen und verschiedenen Farnarten lockt uns dann doch nicht so. Viel zu schattig bei 14Grad 🙄.

Kurz vor unserem ersten Stopp fahren wir sehr erstaunt durch einen Eukalyptuswald. Von einem Aussichtspunkt aus wollen wir „fünf spektakuläre Kilometer den Klippenkuppen entlang“ gehen, so empfiehlt es unser Reiseführer. Die Aussicht ist schön, einige hundert meter weiter noch besserAber dann verschwindet der Weg im Wald. Keine Aussicht. Keine Besonderheiten.

Doch ! Pferde im Wald. Ob wild oder nicht … egal.Nach…

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Am Ende der Welt

Finisterre oder Fisterra, wie der Galizier sagt, wird gern als westlichster Punkt Spaniens bezeichnet – was nicht ganz stimmt, denn der ist 20 Kilometer weiter nördlich. Das Cabo Fisterra ist windzerzaust und bietet einen malerischen Rundblick. Unser Reiseführer (Lonely Planet) erzählt, dass es ein Ritual der Pilger sei, die von Santiago aus noch weiter nach Norden wandern, nach der Ankunft auf den Felsen hinter dem Leuchtturm ihre qualmenden Socken, T-Shirts und anderen verschwitzten Kleidungsstücke zu verbrennen.

Hat keiner gemacht, während wir dort waren, aber einer der vielen Pilger, die wir unterwegs gesehen haben, hat seinen Schuh als Andenken stehen lassen.

Die Küste heißt hier Costa del Morte, Todesküste, denn viele Klippen und Felsen im Meer haben schon zahlreiche Opfer gefordert. Sie ist stark zerklüftet mit vielen felsigen Landzungen und kleinen Buchten. Um die alle abzufahren, bräuchte man Tage. Wir entscheiden uns für die direkte Route durchs hügelige Hinterland und erreichen gegen fünf die Hafenstadt A Coruña.

Im Yachthafen gibt es einen Stellplatz für Wohnmobile. Toiletten, Duschen, Restaurant benutzen wir gemeinsam mit den Skippern. Eine für uns sehr außergewöhnliche Atmosphäre, die wir bei einem kleinen Getränk erstmal auf uns wirken lassen.

Die Stadtmütter und -väter haben sich mit dem Paseo Marítimo etwas ganz besonderes einfallen lassen: eine 13 km lange Uferpromenade für Fußgänger und Radfahrer. Sie wird von Flaneuren, Gassigehern, Joggern, Radfahrern und uns gern genutzt und führt vom Hafen um die Halbinsel herum, vorbei an den Stränden nach Westen.

Wir treffen auf den Torre de Hércules, einen 2000 Jahre alten römischen Leuchtturm.

Und auf eine neuzeitliche Skulptur genannt „Millenium“.

In der Altstadt entdecken wir noch die zentrale Plaza. Doch es ist mittlerweile recht kühl, 15 Grad, und beginnt zu nieseln, so dass wir uns in einer der Gassen nach einem Ort fürs Abendessen umsehen.

In der Jamoneria „El Pinar“werden wir fündig. Erst gibt es zur Caña, dem kleinen Bier, ein paar Scheiben Schinken, Salami und Brot als Gruß aus der Küche. Das wiederholt sich auch beim zweiten Mal. Dann bestellen wir uns noch eine Platte mit gemischten Köstlichkeiten. So gemütlich. So lecker.

Iberico

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So schön der gestrige Tag aufhörte …

… so schön ging’s heute weiter. Eva war in den nächsten Ort geradelt und hat sehr leckeres Brot geholt, das hat unser Frühstück in der Sonne ordentlich aufgewertet.

So gestärkt haben wir uns zur nahen Halbinsel aufgemacht.

Darauf befinden sich ein Faro (= Leuchtturm) und zwei Berge, eher Hügel mit ca 250m Höhe. Da schauen wir uns doch gerne die Küste von oben an.

Der Radweg zum Leuchtturm ist hervorragend und natürlich nur für uns. Pfingstmontag ist hier kein Feiertag, überall wird gewerkelt, die Straße vorm eigenen Haus wird geputzt. Das hatte ich, so nah an Santiago de Compestela, nicht erwartet. Später freuen wir uns darüber, denn der Supermarkt ist auch geöffnet.

Leicht steigt der Weg um den Hügel herum an, die ersten Höhenmeter sind ein Spaziergang, Fels und Meer und blauer Himmel. Sehr entspannend fürs Auge.

Irgendwann endet der breite Weg, ein…

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Wieder am Meer

Der Atlantik gibt sich heute sehr friedlich. Brettleben, wie der Bayer sagt. Die Sonne scheint, es ist windstill und wir haben endlich einen Campingplatz gefunden, auf dem wir so stehen, dass wir von unserem kleinen Stellplatz direkt aufs Wasser gucken können. Was will man mehr?

Vielleicht mal wieder Wäsche, Spiegeleier zum Mittagessen und ein bisschen Route machen, denn, oh Schreck, es bleiben uns nur noch rund zweieinhalb Wochen. Und es gibt doch noch so viel zu sehen! Also planen wir bei Kaffee und Keksen, was wir uns in der verbleibenden Zeit noch anschauen wollen.Am späten Nachmittag machen wir einen Spaziergang am Wasser – und sind beglückt, ein so schönes Fleckchen Erde gefunden zu haben. Achim hat obendrein auch noch zwei Geocaches gefunden.

In der Früh um zehn hatten wir am Morgen unseren Stellplatz in Santiago de Compostela verlassen. Wir haben dort prima nach unserem fröhlichen Abend in der berühmten Pilgerstadt geschlafen.

Das Navi im Auto zeigt es an: es ist nicht weit bis zum Meer.

Wir finden direkt am Wasser einen Kiosk, an dem wir Milchkaffee und Toasts zum Frühstück bekommen. Ganz bezaubernd: rund 50 Meter neben uns spielt jemand auf dem Dudelsack, der fester Bestandteil der galizischen Volksmusik ist.

Neben der Volksmusik und der wunderschönen Landschaft im Nordwesten Spaniens ist Galizien berühmt für seine gute Küche. Gegen neun schwingen wir uns auf die Räder und fahren an der Küstenstraße entlang, bis wir nach fast vier Kilometern auf ein Restaurant stoßen. Aber ach, „Antonio“ macht den galizischen Köchen keine Ehre. Achims Grillteller besteht ausschließlich aus Rippchen (und er ist ja überhaupt kein Fiesler) und mein Kabeljau auf galizische Art ist versalzen. Und die Frage nach der galizischen Art stellt sich natürlich. Die hübsch anzuschauende orangefarbene Sauce hat keinen zu definierenden Eigengeschmack. Ob es wohl die beigefügten Tiefkühlerbsen sind?

Wir werden noch ein paar Tage Zeit haben, um weitere Kostproben zu nehmen. Morgen aber kochen wir sicherheitshalber wieder selber.

Eine fröhliche Stadt

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Ribeira Sacra, die Tiefe Schlucht des SIL und die Felsenlandschaft mit den Klöstern, zeigt sich am Morgen neblig und kalt, ganze 7 Grad zeigt das Thermometer. Kopfschüttelnd – wir sind doch in Spanien! – machen wir die Heizung im Bus an.

Nach unserem ausgiebigen Frühstück sieht die Welt aber schon ganz anders aus. Die Sonne hat die Wolken vertrieben, ein schöner Tag kündigt sich an.

Unser Tagesziel liegt nordwestlich, ich möchte aber noch einen kurzen Abstecher nach Osten machen. Dort gibt es einen 800 m langen Steg über einen kleinen Fluss. Sher schön der Abstecher. Und einen Kaffee gibt’s anschliessend auch noch, in einem ehemaligen Wasserkraftwerk wurde eine Herberge mit Cafè eingerichtet.

Gefühlt stundenlang fahren wir auf den kleinen Straßen herum, es dauert einfach etwas länger.

Sehr gespannt sind wir auf Santiago de Compostela. Alles heilig, ruhig und leise?

Wir stellen unser WoMo auf einem zentrumsnahen Stellplatz ab…

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Wandertag

In der Nacht hat es noch kräftig geregnet, doch als ich gegen acht wach werde, scheint die Sonne.

Wir beginnen unsere Wanderung am hauseigenenen Aussichtspunkt, den wir gestern bei kaltem Wind und Wolken erlebt haben. Tief unter uns liegt die Schlucht, die der Rio Sil im Verlaufe der Jahrmillionen durch die Berge gegraben hat.

Wir laufen etwa zwei Kilometer durch den Wald, Eichen, Esskastanien, mannshohe Farne, Moose und überall die violetten Tupfen des türkisfarbenen Fingerhuts.

Wir zahlen einen Euro Eintritt, um das ehemalige Kloster Santa Christina besichtigen zu dürfen. Gebaut wurde es von Benediktiner-Mönchen Ende des 12. Jahrhunderts, die bei der Entwicklung des hiesigen Wein- und Maronianbaus eine große Rolle spielten. Einige hundert Jahre wurde hier wohl gebetet und gearbeitet, bis die Kirche das Ensemble an einen Bauern verkaufte, der hier einige Jahre Landwirtschaft betrieb.

Irgendwann erwarb der Staat das Areal, die überaus gelungenen vorsichtigen Restaurierungsarbeiten wurden erst im vergangenen Jahr abgeschlossen.

Als wir zwei Kilometer später das kleine Dorf Portela erreichen, fängt es an zu regnen. Wir überlegen kurz, ob wir das Rund-um-die-Uhr-Angebot des ortsansässigen Taxifahrers annehmen sollen, stellen uns dann aber einfach mal unter.

Als wir die „Balcones de Madrid“ erreichen, scheint schon wieder die Sonne (übrigens bei frischen 13 Grad), so dass wir die wunderbare Aussicht entspannt genießen und uns die mitgebrachte Pastete, die wir vorgestern in einer Dorfmetzgerei gekauft haben, zum Mittagspicknick schmecken lassen können.

Nach insgesamt 14 Kilometern und zwei Café con Leche im nächsten Dorf genießen wir die Sonne am Campingplatz, lesen, spielen, kochen und bloggen.

Regenreiches Land

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Kastilien hat uns gut gefallen. Kunst und schönes Wetter, weites Land.

Nur die Versorgung mit tollen Campingplätzen ist nicht so dolle. Es gibt aber immer wieder meist gut ausgestattete Stellplätze, auch mitten in der Pampa. So wie dieser in Bretocin bei Zamora. In der Saison ist der Besuch des Freibades inklusive. Und morgens um 10 kommt der Bäcker auf den Platz! Da waren wir allerdings schon abfahrbereit.

Gestern Abend hatte ich diese interessanten Häuschen in der Nähe gesehen. Was ist das? Ein Geocache hat es uns verraten – Keller, wie zum Beispiel auch in Franken. Geocachen am Morgen vertreibt …. habe ich doch gar nicht 😁

Einige Zeit begleitet uns das wellige Land noch. Gräser, Getreide, heller Boden und darüber weißblauer Himmel. Sehr beruhigend das Ganze.

Das Wetter aber ändert sich, das Land auch. Trotz des Wetters : sehr schön die Ansicht von Puebla de Sanabria. Kastilien verabschiedet sich .

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Adios, Extremadura! Hola, Kastilien-León!

Die portugiesische Grenze immer links von uns fahren wir nach Norden. Die Provinz Extremadura, in der wir die letzten Tage verbracht haben, verabschiedet sich mit einem großartigen Anblick von uns: Nach einem drei Kilometer langen Spaziergang erreichen wir einen Aussichtspunkt, von dem aus wir die Schleife bewundern, die der Rio Alagon hier um eine waldbestandene tränenförmige Insel zieht.

Während sich hier die Natur als Künstler betätigt hat, ist es im kleinen Ort Mogarraz der einheimische Maler Florencio Maíllo, der 388 Porträts von Dorfbewohnern angefertigt hat, die allesamt an den Fassaden der Häuser hängen.

Grundlage waren Fotografien des Bürgermeisters Alejandro Martín Criado aus dem Jahr 1967. Wegen der schlechten wirtschaftlichen Situation wollten viele Dorfbewohner auswandern und benötigten dafür Papiere, einen Ausweis oder Reisepass. Criado fertigte die hierfür erforderlichen Passbilder an.

Die Mischung aus Streetart, öffentlicher Galerie, kleinen Gässchen, Brunnen und alten Häusern, viele von ihnen aus Fachwerk, ist einzigartig.

Weltkulturerbe und Naturschauspiel

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Cáceres heißt der Ort nur 30 Kilometer weiter nördlich und er wird in unserem Reiseführer reichlich gefeiert. Einer der schönsten öffentlichen Plätze Spaniens würde uns erwarten und die gesamte Altstadt aus dem 16. Jahrhundert wurde in die UNESCO Weltkulturerbe-Liste aufgenommen.

Sehr schön. Ob der Platz nun wirklich in die Liste der schönsten spanischen Plätze gehört oder nicht – egal, manchmal übertreibt unser Reiseführer eben.

Vollkommen zu Recht aber wurden wir zum Monumento Natural Los Barruecos, gleich um die Ecke von Cáceres, geschickt. Es handelt sich um eine spektakuläre Felslandschaft entlang der Ufer natürlicher Seen mit brütenden Weißstörchen. Herrlich. Hier wurden einige Schlachtszenen für Games of Thrones gefilmt.

Nochmal 75 km nordöstlich liegt ein weiteres Naturjuwel. Der Rio Tajo, längster Fluss der Iberischen Halbinsel, bildet hier in felsiger Landschaft den 180 qkm großen Nationalpark Monfragüe. Hier nisten 175 Arten , darunter Mönchsgeier, spanische Kaiseradler, Schwarzstörche ….

Wir stoppen an…

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